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Duisburg: Ein Lokalpatriot ist zu Hause

Duisburg : Ein Lokalpatriot ist zu Hause

Wolfgang Trepper war am Mittwochabend in der Rheinhausen-Halle zu Gast – und begeisterte die Zuschauer mit seiner gewohnt dynamischen und witzigen Art. Beflügelt durch heimatliche Gefühle, lief er zur Höchstform auf.

Wolfgang Trepper war am Mittwochabend in der Rheinhausen-Halle zu Gast — und begeisterte die Zuschauer mit seiner gewohnt dynamischen und witzigen Art. Beflügelt durch heimatliche Gefühle, lief er zur Höchstform auf.

"Jeder Täter läuft zum Tatort zurück." So jedenfalls sieht das Wolfgang Trepper in seinem Solo-Programm "Nich' mit mir". Der Standup-Comedian gab sich mal wieder die Ehre in seiner alten Heimat und brachte am Mittwochabend die Zuschauer in der Rheinhausen-Halle zum Lachen. Sie spendeten schon ganz am Anfang viel Beifall, als Trepper in seiner gewohnt dynamischen Art die Bühne betrat: mit großen Ausfallschritten und schnellem Spurt, in roten, aufpolierten Lackschuhen zu schwarzer Hose und Sakko.

Ein Lokalpatriot und Ruhrgebietsphilosoph kam nach Hause, und so schwelgte Trepper, beflügelt durch heimatliche Gefühle, in Erinnerungen. Kramte alte Schulepisoden heraus, erinnerte sich an unterrichtsreiche Samstage und kam auch nicht drum herum zu erkennen, wie das Leben sich wandelt und die Zeit vergeht. Und zwischendurch immer wieder begeisterte Rufe der Zuschauer wie: "Ja genau. An den erinnere ich mich auch!"

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Erinnerungen an frühere Zeiten

Wolfgang Trepper verstand es auch diesmal, mit Lokalkolorit sein Publikum zu begeistern — mal mit Witz, mal mit Tiefgang. Und so kam es, wie es kommen musste: Trepper wurde literarisch-philosophisch. Er sprach vom alten Rheinhausen, seinen Stahlarbeitern und Grubenarbeitern, den Menschen, die alles getan haben, um Duisburg nach vorne zu bringen und die nur sonntags die dreckige Arbeitskleidung gegen Ausgeh-Robe tauschten.

Er erinnerte an die Zeit des Wirtschaftswunders: "Als die Gewerkschaften gar nicht so schnell reagieren konnten wie die Lohnerhöhungen kamen", als geackert wurde, "malocht bis zum Umfallen". Und dann wurde es doch so manches Mal stiller im Saal. Und so manch alternder Zeitgenosse wird sich erinnert haben an Vollbeschäftigung und Schichtarbeit.

Doch für viel Melancholie ließ Trepper keine Zeit. Schließlich sollte gelacht werden, und so haute er den Zuschauern schon den nächsten Gag um die Ohren: Frühstücken mit der Freundin. "Da muss man ganz viele Traumata aufarbeiten." Das fange unter der Bettdecke schon an, wenn sie zärtlich beim Aufstehen hauche: "Holst du die Brötchen vom Bäcker? Für mich bitte Kürbiskernbrötchen." Dabei ist Trepper überzeugt: "Kürbiskernbrötchen sind Vogelfutter auf Teig." Er untermauerte diese These mit Ruhrpottdialekt, wie er echter nicht sein könnte. Und wenn Schatz beim Frühstückstisch ruft: "Denkst du an die Messer", sinnierte Trepper: "Ja, öfter als du glaubst."

Selbst die Fotografin einer hiesigen Lokalzeitung wurde sein Opfer. "Wohin wollen Sie denn", fragte er, als sie ihre Ausrüstung zusammenpackte. Sie: "Nach Hause auf die Couch. Ich habe jetzt Feierabend." Er: "So kann man die Veranstaltung hier auch würdigen."

(sk)