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Duisburg: Die Qual der Wahl

Duisburg : Die Qual der Wahl

Noch bis Ende des Monats können Bewerber für das Oberbürgermeisteramt bei der Stadt angemeldet werden. Bis jetzt gibt es sieben Kandidaten. Die Bürgerinitiative um Theo Steegmann hat Dr. Richard Wittsiepe benannt.

Am 17. Juni küren die Duisburger einen Nachfolger für den abgewählten Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU). Sieben Kandidaten, zwei Frauen und fünf Männer, gehen nach jetzigem Stand an den Start. Von der ursprünglichen Forderung nach einem parteiübergreifenden Konsenskandidaten ist nicht viel übrig geblieben. SPD (Sören Link), CDU (Benno Lensdorf), Grüne (Ingrid Fitzek) und Linke (Barbara Laakmann) zogen es wie berichtet vor, eigene Parteikandidaten zu nominieren.

Parteilos ist dagegen der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde, Michael Rubinstein. Der 39-Jährige wird von der Bürgerinitiative "Neuanfang für Duisburg", von der Piratenpartei und der FDP unterstützt. Dies allerdings völlig unabhängig voneinander, denn die drei Gruppierungen haben sich nicht abgesprochen und auch sonst wenig gemeinsam.

Die Bürgerinitiative "Neuanfang Duisburg" um ihren Sprecher Theo Steegmann hat sich entschlossen, den 54-jährigen Steuerberater Dr. Richard Wittsiepe ins Rennen zu schicken. Wittsiepe hat sich in der Vergangenheit mehrfach kritisch zu den Finanzen des MSV, der Finanzierung der Regattabahn und der Situation der Factory Outlet-Investoren geäußert. Er hatte auch in der Abwahl-Inititative gegen Oberbürgermeister Adolf Sauerland mitgearbeitet. Als parteiloser Kandidat will der Berufssoldat Harald Lenders (55) aus Homberg ins Rennen gehen. Er hat nach eigenem Bekunden rund 500 Unterstützungsunterschriften gesammelt. Notwendig sind nach den Vorschriften nur 370.

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"Nachdem die etablierten Parteien offensichtlich daran gescheitert sind, einen überparteilichen Kandidaten zu finden, war ich wütend. Ich habe mir gedacht, wenn die doch wieder ihre Parteisoldaten aufstellen, dann mach ich das eben selber." Lenders ist optimistisch: "Ich glaube fest daran, dass ich diese Wahl gewinnen kann. Alle Leute mit denen ich gesprochen habe, waren sehr enttäuscht über die Reaktion der Parteien. Dass niemand gefunden werden konnte, ist ein Armutszeugnis für die Stadt. Ich bin der unabhängige Kandidat, den Duisburg braucht."

Sein Problem sei nur, dass er nicht so bekannt ist wie zum Beispiel Wittsiepe — und dass ihm die Unterstützung einer großen Partei fehlt. "Obwohl ich für deren Kandidatenwahl auch kein Verständnis aufbringen kann: Herr Link zum Beispiel ist viel zu jung, ihm fehlt es an Lebenserfahrung für so eine Aufgabe.

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(RP/rl)