Pokémon Go Düsseldorf: Spieler wollen an Burgplatz, Girardet-Brücke wird zu eng

Düsseldorf: Pokémon-Spieler wollen zum Burgplatz

Auf der Girardet-Brücke wird es zu eng: Jetzt soll Spiele-Entwickler Niantic die Hotspots der virtuellen Monsterjagd von der Kö verlegen. Ob und wie das geht und Antworten auf weitere Fragen zum Pokémon-Irrsinn.

Immer mehr Pokémon-Spieler zieht es an die Kö. Auch außerhalb Düsseldorfs hat es sich herumgesprochen, dass die Girardet-Brücke mit ihren nebeneinanderliegenden Pokéstops ein idealer Standort ist, um viele Monster zu fangen.

Das stört aber viele Stammgäste: Zu voll würde es auf der Brücke, finden sie und wollen, dass Spiele-Entwickler Niantic den Hotspot von der Kö verlegt. "Eigentlich wäre es besser, wenn man den Hotspot mit den vielen Pokéstops an den Burgplatz verlegen könnte. Da herrscht eine bessere Infrastruktur, es geht kein Verkehr und es ist mehr Platz", sagt Mike Pernox, der die inzwischen mehr als 2000 Mitglieder zählende Facebook-Gruppe "Pokémon Go Düsseldorf" betreibt und sich nun um die Verlegung kümmern möchte.

Dazu gibt es Verschwörungstheorien, wonach Kö-Unternehmen die Hotspots finanziert haben, um neue Kunden anzuwerben. In Wirklichkeit ist die Antwort aber simpler: Vor Pokémon gab es bereits ein anderes Spiel von Niantic, das mit Geo-Daten gearbeitet hat und bei dem die Nutzer Sehenswürdigkeiten melden sollten. Die Daten des Spiels wurden als Grundlage für Pokémon Go genutzt - und offenbar hatten dabei viele Nutzer die Kö gemeldet, woraufhin Niantic dort auch besonders viele Stops platziert hat.

Im Benrather Schlosspark, im Bürgerpark an der Schlesischen Straße und der dortigen Bahnhaltestelle in Eller, im Florapark in Bilk und an der Werstener Kirche sollen gute Jagdgründe sein. Den Überblick bieten spezielle Poké-Karten.

Diese Frage stellen sich wohl viele. Die Antwort ist simpel: Dadurch, dass an der Kö besonders viele Pokéstops sind, können die Spieler ohne großen Aufwand viele Pokémon fangen und diese trainieren. Die Stops ziehen die Monster an, und je mehr Spieler zum Beispiel mit Spezialeffekten noch mehr von ihnen anlocken, desto mehr von ihnen kommen. Das ist andernorts, wo vielleicht nur ein Spieler und ein Stop sind, viel mühseliger.

Die Pokémon-Jägerfinden, dass es an der Kö mittlerweile zu voll, eng und dreckig wird. Viele Spieler haben in den vergangenen Tagen beispielsweise ihren Müll an der Brücke hinterlassen. Mike Pernox hat deshalb schon Warnschilder aufgehangen.

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Das kann nur der Spiel-Entwickler und tut das, wenn ein Pokéstop etwa auf einem Friedhof oder auf einer Autobahn gelandet ist. Auch auf Bürgerbeschwerden will man reagieren. Über diese Meldemöglichkeit will Mike Pernox auch versuchen, den Hotspot zu verlegen.

Erst einmal nicht. Der Oberbürgermeister hat entschieden, die Ferien abzuwarten. Man geht im Rathaus davon aus, dass dann das Interesse nachlässt.

Nein, auch auf der gesperrten Brücke gilt die Straßensatzung. Es ist beispielsweise nicht erlaubt, bei Regen einen Pavillon aufzubauen oder Fußgänger zu behindern. Wer sich nicht an die Regeln hält, riskiert einen Platzverweis.

Donnerstagmorgen war die Girardet-Brücke mal wieder zu erkennen: Weil es regnete, waren nur wenige Spieler da. Foto: laura Ihme

Heute, spätestens morgen sollen die bestellten Dixi-Klos auf der Kö-Ostseite und zusätzliche Mülleimer aufgestellt werden.

Kaum war der Regen weg, wurde es wieder voll, und um 13.10 Uhr sperrte der OSD die Brücke wieder ab. Foto: lai, end

Es gibt in jeder Stadt und auch auf dem Land Pokémon-Nester. Aber einen so stark frequentierten wie an der Kö, wo hunderte Spieler unterwegs sind, gibt es bundesweit kaum.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hype 2016 - Pokémon-Jagd auf der Girardet-Brücke

(RP)
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