Serie "Endlich Fit!": Gesund werden und abnehmen: Warum Fitness im Kopf anfängt

Serie „Endlich fit!“: Warum Fitness eine Haltung ist

Wer fitter und gesünder werden will, kann klein anfangen und sich im Alltag umerziehen: Treppe statt Aufzug, Wasser statt Cola, Spaziergänge statt Dauer-Couchen. Warum ein gesünderes Leben mit der Haltung beginnt und wie Sie fitter werden, erzählt unsere neue Serie.

Mit guten Vorsätzen geht es los. In der Silvesternacht nehmen sich unzählige Menschen immer wieder vor, endlich mehr Sport zu machen, endlich weniger Süßigkeiten zu essen, endlich nicht mehr nur auf der Couch zu hängen, sobald sie die Gelegenheit dazu haben. Sie wollen schlanker, gesünder, fitter werden – und merken oft nach wenigen Wochen, dass es mit dem schieren Silvesternachtwunsch nicht getan ist. Wer sein Leben umkrempeln und fitter werden möchte, braucht Durchhaltevermögen, einen eisernen Willen – aber vor allem ein Umdenken. Unsere Serie „Endlich fit!“ will Sie bei all dem unterstützen: Immer dienstags und mittwochs helfen wir beim Suchen der perfekten Sportart, sagen, was es mit Low Carb und Intervallfasten wirklich auf sich hat, erklären, wie man sich langsam ans Lauftraining herantastet, welche Fehler man im Fitnessstudio dringend vermeiden sollte, und sagen, wie man die Motivation hoch halten kann.

Radikaldiäten und ein sportliches Mammutprogramm lassen die Chancen auf langfristigen Erfolg messbar sinken – zu viel Hauruck und zu wenig Nachhaltigkeit. Wer wirklich etwas verändern möchte, muss im Kopf anfangen und sich im Alltag „umprogrammieren“, sagt Uwe Felten, seit 15 Jahren Fitness-Trainer und Fitness-Experte. Klingt einfach, ist in Wahrheit aber total schwierig, weil der Mensch in der Regel ungern von lieb gewonnenen Gewohnheiten abweicht. „Immer den Aufzug zu nehmen, ist bequem, sich an freien Tagen auf die Couch zu werfen, ist ganz normal“, sagt Felten. Aber genau an diesen, eigentlich kleinen, Punkten kann man sein Leben in Richtung Fitness drehen. Es muss darum gehen, eine neue Normalität einzuüben: Wer sich nicht immer den Parkplatz direkt vor der Haustür sucht, wer das Treppensteigen zur Routine macht, wer mit dem Rad ins Büro fährt anstatt mit dem Auto, baut Bewegung in sein Leben ein. Ganz natürlich. Das ist dann zwar keine intensive körperliche Betätigung, aber jedes bisschen Bewegung hat einen gesundheitlichen Nutzen. So empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO, 150 Minuten pro Woche mit Bewegung in moderater Intensivität zu verbringen. Optimal wären laut WHO weitere 75 Minuten Bewegung mit hoher Intensität.

Auch die Essgewohnheiten sollten überprüft werden, sagt Felten. Für viele Menschen sind zum Beispiel Chips und Cola am Abend vorm Fernseher ganz normal, gehört die Pizza ebenso zum Mädelsabend wie der Cocktail. „Hier kann man sich einfach überlisten“, erklärt der Profi. Nüsse zum Beispiel sind im Gegensatz zu Schokolade und Gebäck echte Fitmacher – auch wenn sie hochkalorisch sind. Insbesondere die Walnuss gilt als gesunde Variante. Mehr als zwei Handvoll am Tag sollten es aber dennoch nicht sein.

Alternativen zu übersüßten Softrinks gibt es auch: Mineralwasser mit ein bisschen Zitronensaft, ungesüßte Tees, Schorlen, zum Beispiel mit naturtrübem Apfelsaft. Wer eine Weile zu diesen Getränken gegriffen hat, dem wird das Glas Cola vermutlich eklig süß vorkommen. „Und dann reicht auch ein Glas, wo es früher die ganze Flasche sein musste“, sagt Uwe Felten. Ganz grundsätzlich gilt: Je naturbelassener man kocht, desto besser.

Selbstkasteiung aber kann nicht das Ziel sein. Wer sich konsequent alles verbietet, was er bisher mit Genuss assoziierte, wird nur noch daran denken können und sich irgendwann mit ungesundem Zeug vollstopfen. „Es geht darum, Dinge bewusst wahrzunehmen und dann auch zu genießen“, so Felten. Letztlich, so Felten, wolle man sich etwas Gutes tun, „Chips, Couch und Cola sind aber alles andere als gut für den Körper und fürs Wohlbefinden – wenn man das einmal bemerkt und verinnerlicht hat, läuft die Lebensstil-Änderung fast ganz automatisch.“

Uwe Felten arbeitet bei RP Online und als Fitnesstrainer. Schon als Kind spielte er Tennis; Leichtathletik, Fitness, Tischtennis und Handball gehörten auch zum Sportprogramm. Nach Lehre (Buchhandel) und Studium (Germanistik/Philosophie) absolvierte Felten Ausbildungen zum Fitnesstrainer. Er machte sich als Personal Trainer selbstständig und arbeitet mit seinen Kunden in Studios, macht Hausbesuche oder geht mit ihnen in die Natur. Foto: Uwe Felten

Sie haben eine Frage zu Fitness und Gesundheit? Stellen Sie sie unserem Experten Uwe Felten per Mail an uwe.felten@rheinische-post.de. Eine Auswahl der Fragen und Antworten veröffentlichen wir im Rahmen dieser Serie.