Düsseldorf: WestLB-Bad-Bank: Ende vor 2027?

Düsseldorf: WestLB-Bad-Bank: Ende vor 2027?

Das verwaltete Portfolio ist mittlerweile auf 20 Milliarden Euro geschrumpft.

Wenn alles programmgemäß weiterläuft, könnte die Verarbeitung von Altlasten der früheren WestLB deutlich früher abgeschlossen sein als geplant. Das deutete gestern Matthias Wargers an, der Chef der Ersten Abwicklungsanstalt (EAA). Die Bad Bank der WestLB verwaltet derzeit noch ein Portfolio aus Wertpapieren, Krediten und Beteiligungen von etwa 20 Milliarden Euro. Das Volumen sank im vergangenen Jahr um rund 23 Prozent, wie Wargers mitteilte.

In den nächsten beiden Jahren werde sich etwa ein Drittel des Rests durch Beendigung von Laufzeiten erledigen, so der Manager. Andere wichtige Positionen hätten Restlaufzeiten von mehr als zehn Jahren und seien nur mit überhöhten Abschlägen vorzeitig zu verkaufen. Wargers sprach in diesem Bereich von einem Volumen zwischen fünf Milliarden und sieben Milliarden Euro.

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Solche Bereiche müssten allerdings auch nur noch bis zum Laufzeitende verwaltet werden, und das könnte auch ein Finanzinvestor tun. Auf jeden Fall ist bis 2020 nicht nur eine nochmalige deutliche Bestandsverringerung in Aussicht, sondern auch der Zeitpunkt, zu dem sich die Erträge aus der Verwertung der Altbestände halbiert haben könnten. Zudem gebe es viele Spekulationen über einen möglichen Endzeitpunkt für die EAA, darunter das Ende der Legislaturperiode der NRW-Landesregierung. "Das sind alles Größenordnungen, denen ich nicht widersprechen würde", sagte Wargers. Die Amtszeit der NRW-Regierung endet 2022.

Das vergangene Jahr war das sechste in Folge, das die EAA mit einem Überschuss beendet hat. Der beträgt 14 Millionen Euro und ist vor allem auf Kursgewinne und solche aus Beteiligungsverkäufen sowie enorme Einsparungen bei der Verwaltung begründet. Beendet sind alle Streitigkeiten in Sachen Zinsswap-Geschäfte mit Kommunen, die wegen schlechter Beratung durch die damalige WestLB geklagt hatten. Für 52 Vergleiche mit Städten und Gemeinden hat die EAA etwa 200 Millionen Euro aufgewandt.

(RP)