Städte fordern Klarheit von RWE über Standorte

Geplanter Konzernumbau : Städte fordern Klarheit von RWE über Standorte

Der geplante Umbau des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns beunruhigt die Städte, die 25 Prozent an RWE halten. Die vier kommunalen Vertreter im Aufsichtsrat haben in der vergangenen Woche einen Brief an den RWE-Vorstand geschrieben, in dem sie viele kritische Fragen stellen.

Hintergrund sind Pläne von RWE-Chef Peter Terium, Töchter miteinander oder auf die Mutter zu verschmelzen und RWE zum Stammhaus umzubauen, um schlagkräftiger auf die Krise reagieren zu können. Am 10. August will, wie berichtet, der Aufsichtsrat beraten.

"Die Kommunen wollen vom RWE-Vorstand auch wissen: Wie passt die geplante Zentralisierung von RWE zum Branchentrend, wonach die Energieversorgung der Zukunft dezentral ist? ", sagte Gerlach weiter. RWE dürfe sich nicht vom Kunden wegbewegen, sondern müsse ihn stärker in den Mittelpunkt stellen, zumal der Konkurrent Eon dies auch tue. Weiter fragen die Kommunen: "Wie sieht genau die neue Strategie aus?" Normalerweise folge die Organisation ja der Strategie und nicht umgekehrt. "Wir erwarten und sind zuversichtlich, dass der Vorstand uns rechtzeitig vor der Aufsichtsrats-Sitzung am 10. August Antworten gibt. Andernfalls könnten die kommunalen Vertreter sich schwer tun mit der Entscheidungsfindung im Aufsichtsrat", sagte Gerlach weiter.

In Konzernkreisen wird spekuliert, dass der Umbau mit einer Erweiterung des Konzernvorstands verbunden wird, da dieser künftig für das operative Geschäft zuständig ist. So könnte es einen Vorstand für die Erzeugung geben; spekuliert wird über Rolf Martin Schmitz (derzeit RWE-Vorstand) oder Matthias Hartung (derzeit Power-Chef). Daneben könnte es einen Vorstand für Netze und Vertrieb geben, etwa Arndt Neuhaus (derzeit Deutschland-Chef), und einen für Zukunftsgeschäfte Digitales und Erneuerbare. Für letzteres wird über Hildegard Müller, Chefin des Branchenverbandes BDEW, spekuliert. Sie war schon mal als RWE-Vorstand im Gespräch. RWE betonte, dass Personalentscheidungen am 10. August nicht auf der Tagesordnung stehen..

(RP)