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Kampf gegen Fachkräftemangel: Arbeitsagentur will 10.000 neue Pflegekräfte

Kampf gegen Fachkräftemangel : Arbeitsagentur will 10.000 neue Pflegekräfte

Die Bundesagentur für Arbeit fordert im Kampf gegen den Fachkräftemangel in Pflegeheimen und bei ambulanten Diensten eine verkürzte Ausbildungszeit. "Im Bereich der Altenpflege könnten sofort 10.000 Fachkräfte eingestellt werden."

"Wir haben aber einen erheblichen Mangel an examinierten Kräften", sagte das Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, Raimund Becker. Er fordert deshalb, "erfahrenen Hilfskräften" in der Altenpflege die Möglichkeit zu geben, ihre Ausbildung auf zwei Jahre zu verkürzen.

Der Vorteil für die Branche: "Eine zweijährige Ausbildung kann durchgängig von der Bundesagentur für Arbeit finanziert werden. Wir wären also in der Lage, innerhalb von zwei Jahren zwischen 5000 und 10.000 Kräfte zu examinierten Altenpflegern ausbilden zu lassen", betont Becker.

Mit Examen haben die Altenpflegekräfte eine deutlich bessere Chance, einen Job zu bekommen. Nach Angaben der Bundesagentur verfügen 90 Prozent der Arbeitslosen in diesem Bereich nur über eine einjährige Ausbildung zum Altenpflegehelfer. Sie sollen die Chance erhalten, künftig als vollwertige Fachkräfte zu arbeiten.

Es mache keinen Sinn, "Menschen mit jahrelanger Vorerfahrung eine dreijährige Ausbildungszeit zuzumuten", betonte Becker. Außerdem stünden die Bewerber mit einer verkürzten Ausbildungszeit dem Arbeitsmarkt schneller zur Verfügung. Der Bedarf an Fachkräften wächst von Jahr zu Jahr.

Aktuell sind bei der Bundesagentur 14.300 offene Stellen für Arbeitskräfte in der Altenpflege gemeldet. Dies seien sieben Prozent mehr als vor einem Jahr und dreimal so viel wie vor fünf Jahren, heißt es von der Bundesagentur. Auf 100 offene Stellen kommen derzeit lediglich 35 arbeitslose Fachkräfte. Die Fluktuation bei den körperlich und psychisch anstrengenden Jobs in der Altenpflege ist hoch. Die meisten Kräfte bleiben nur etwa fünf bis acht Jahre in dem Bereich.

Hier geht es zur Infostrecke: 2010: Zahlen zum Fachkräftemangel

(qua)