Von Asta bis Stupa: Die Hochschule aktiv mitgestalten

Von Asta bis Stupa : Die Hochschule aktiv mitgestalten

Wie Hochschulpolitik genau funktioniert, ist nicht nur Erstis oft ein Rätsel. Dabei ist das Engagement von Studierenden wichtig: Im Kern geht es darum, die Grundlagen für Studium, Lehre und Forschung an der jeweiligen Institution zu verbessern. Das schließt Bildungspolitisches und die Gestaltung der Studienordnung ein, aber auch Grundsätzliches wie die Autonomie der Hochschule. Oft geht es auch um Soziales – etwa bezahlbaren Wohnraum.

Das Stupa wird direkt von den Studierenden gewählt – meist einmal im Jahr. Das Parlament ist das höchste beschlussfähige Gremium der Studierendenschaft. Dieses Legislativorgan verabschiedet unter anderem den Finanzplan. Das Stupa beschäftigt sich nicht mit allen Themen im Plenum, sondern kann einzelne Aufgaben in Ausschüsse geben.

Einer dieser Ausschüsse ist der Asta. Das Exekutivorgan wird in Referaten organisiert und meist für ein Jahr vom Stupa gewählt. Oft bietet der Ausschuss Dienstleitungen an – etwa eine Rechts- und Sozialberatung und organisiert politische Veranstaltungen. Zudem ist er beispielsweise für die Aushandlung des Semestertickets zuständig.

„Vieles, was der Asta macht, geschieht für einen Großteil der Studierenden im Hintergrund“, sagt Konstantin Korn vom Dachverband der Studierendenvertretungen fzs. „Es steht nirgendwo: Hey, du hast so viele Prüfungsversuche, weil du eine gute Interessenvertretung hast.“ Die mangelnde Sichtbarkeit sei ein Grund dafür, dass die Beteiligung bei Wahlen oft sehr gering ausfalle. Dadurch entstehe das Problem, dass das Hochschulsystem immer verschulter werde.

An der Hochschulgestaltung können Studierende im Fachschaftsrat mitwirken, meist einfach Fachschaft genannt. Die Interessenvertretung der Studierenden veranstaltet zum Beispiel Erstsemestereinführungen, berät rund ums Fach, sammelt Skripte und Altklausuren oder organisiert Partys oder Filmabende.

Wer sich während des Studiums in der Hochschulpolitik engagiert, kann sich nicht nur für bessere Studienbedingungen einsetzen, sondern von seinem Einsatz auch über das Studium hinaus profitieren. „In der Hochschulpolitik lernt man, was man als Führungskraft im Job braucht“, sagt Jutta Boenig, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung. Etwa die Fähigkeit, verschiedene Meinungen zuzulassen und die eigene diplomatisch zu formulieren. Im Austausch mit hierarchisch Höherstehenden werden Studierende zudem selbstsicher.

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