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Nach Missbrauchsvorwürfen: Kinskis Sohn schämt sich für seinen Vater

Nach Missbrauchsvorwürfen : Kinskis Sohn schämt sich für seinen Vater

Nach den Missbrauchsenthüllungen seiner Schwester hat sich der Sohn des verstorbenen Schauspielers Klaus Kinski entsetzt über seinen Vater gezeigt. "Ich schäme mich für ihn", erklärte Nikolai Kinski.

Er habe keine Ahnung vom "schrecklichen Schicksal" seiner Schwester Pola gehabt, sagte Nikolai Kinski nach Angaben der "Bild"-Zeitung. "Ich bin zutiefst schockiert und am Boden zerstört über die Offenbarung ihres Missbrauchs durch unseren Vater."

Er selbst habe ihn "nie so erlebt. Ich wünschte, ich könnte ihn noch mit den Vorwürfen konfrontieren."

In ihrem Buch "Kindermund" enthüllt Kinskis älteste Tochter Pola, dass sie von ihrem Vater vom 5. bis zum 19. Lebensjahr sexuell missbraucht worden war. Sie habe das Buch nicht geschrieben, "um ihn schlechtzumachen", sagte die 60-Jährige der "Welt am Sonntag". Mit ihrem Buch habe sie vor allem zeigen wollen, was Missbrauch mit Kindern mache, welche "Wunden" er hinterlasse. Jahrelang habe sie unter Ängsten, Panikattacken und Schuldgefühlen gelitten.

Klaus Kinski hat nach Angaben seiner Tochter Nastassja auch sie mit Annäherungsversuchen verstört. "Er hat es versucht. Er hat mich immer viel zu sehr angefasst, mich ganz eng an sich gedrückt, so dass ich dachte, ich könnte nicht herauskommen. Damals war ich vier oder fünf Jahre alt", sagte die 51-jährige Schauspielerin der "Bild am Sonntag".

Sie habe große Angst vor dem Schauspieler gehabt. "Er war kein Vater. 99 Prozent der Zeit hatte ich fürchterliche Angst vor ihm. Er war so unberechenbar, hat die Familie immer terrorisiert." Er habe wegen jeder Kleinigkeit getobt. "Er war ein Tyrann". Geschlagen habe er sie nie, "aber niederträchtig beschimpft". "Ich bin froh, dass er nicht mehr lebt."

Pola stammt aus der ersten Ehe Klaus Kinskis mit Gislint Kühlbeck, Nastassja aus der zweiten Ehe des Schauspielers mit Ruth Brigitte Tocki.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Schwere Vorwürfe gegen Klaus Kinski

(AFP/dpa/jre/rm)