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Auch Nastassja erhebt Vorwürfe gegen Klaus Kinski: Pola Kinski verteidigt ihr Buch über Missbrauch

Auch Nastassja erhebt Vorwürfe gegen Klaus Kinski : Pola Kinski verteidigt ihr Buch über Missbrauch

Während Nastassja Kinski ihrer Schwester beispringt, hat die Schauspielerin Pola Kinski ihr Buch mit Missbrauchsvorwürfen gegen ihren Vater Klaus verteidigt. "Ich habe das Buch nicht geschrieben, um ihn schlechtzumachen. Es ging mir nie um den Skandal", sagte die 60-Jährige in einem Interview.

Einige Schlagzeilen über ihre Veröffentlichung machten sie traurig und wütend. Dagegen freue sie sich über den offenen Brief ihrer Schwester Nastassja, so Pola gegenüber der "Welt am Sonntag". Auch diese wirft Klaus Kinski Zudringlichkeiten vor.

Die 60-jährige Pola Kinski hatte in einem Interview gesagt, ihr Vater Klaus habe sich von ihrem 5. bis zu ihrem 19. Lebensjahr an ihr vergangen. Ihr Buch darüber sei nicht nur ein "Vergewaltigungsbuch" sagte sie jetzt. "Es geht natürlich um die Tat, aber noch wichtiger ist, was sie auslöst und für Wunden hinterlässt. Es geht um den seelischen Missbrauch vor allem auch", sagte Kinski. Sie habe schon vor Jahren angefangen, sich Notizen zu machen. Ein Buch habe sie zunächst nicht geplant, es dann aber ganz allein geschrieben. "Ich hatte nie einen Ghostwriter", sagte sie. "Ich habe mit niemandem drüber gesprochen, nicht mal mit Freunden oder meinem Mann." Ihre Mutter kenne ihre Vorwürfe gegen Klaus Kinski seit Jahrzehnten, habe aber nicht darauf reagiert. Sie hoffe, dass sie jetzt das Buch lese.

Pola Kinski sagte, sie freue sich über die Unterstützung durch ihre Halbschwester Nastassja. "Ihr Brief hat mich unheimlich gefreut. Das war wie eine Umarmung, wirklich schön", sagte Pola Kinski. "Ich denke, wir werden bald einmal telefonieren. Im Moment ist alles sehr viel für mich."

Nastassja ist stolz auf ihre Schwester

Nastassja schrieb in der "Bild"-Zeitung, sie sei zutiefst erschüttert. Ihre Schwester sei eine Heldin, weil sie ihr Herz, ihre Seele und damit auch ihre Zukunft von der Last des Geheimnisses befreit habe. "Ich habe ihre Worte gelesen. Und ich habe viel geweint", schrieb sie. "Aber: Ich bin auch stolz auf ihre Kraft, ein solches Buch zu schreiben."

Auch Natassja Kinski warf ihrem Vater Zudringlichkeiten vor. Sie sei zwar nicht vergewaltigt worden, sagte die 51-Jährige der "Bild am Sonntag". Aber: "Er hat es versucht. Er hat mich immer viel zu sehr angefasst, mich ganz eng an sich gedrückt, sodass ich dachte, ich könnte nicht herauskommen."

Nastassja Kinski sagte, sie sei damals vier oder fünf Jahre alt gewesen. "Instinktiv habe ich gespürt, dass es nicht die liebevolle Umarmung eines Vaters sein kann, sondern mehr ist als das", sagte die Schauspielerin. Sie habe sich aber nicht aus seinen Umarmungen lösen können. Seither habe sie gezittert, sobald er da war. Hätte sie heute noch die Gelegenheit, "würde ich alles dafür tun, dass er auf Lebzeiten hinter Gitter kommt", fügte sie hinzu.

Klaus Kinski, der 1991 im Alter von 65 Jahren starb, hat drei Kinder aus drei Ehen: Pola, Nastassja und den 36-jährigen Sohn Nikolai.

(APD/felt)