1. Panorama
  2. Deutschland

Homophobie im Knast: Häftlinge meutern gegen schwulen Koch

Hungerstreik im Knast : Häftlinge meutern gegen schwulen Gefängniskoch

Anfang Mai traten Häftlinge der Justizvollzugsanstalt Freiburg in den Hungerstreik. Weil der Koch homosexuell ist, verweigerten sie das Essen aus der Gefängnisküche. Das Ministerium ließ die Rädelsführer verlegen.

Nach Medienberichten traten am 1. Mai etwa 40 Häftlinge der JVA Freiburg in den Hungerstreik. Wie die Badische Zeitung (BZ) meldete, wuchs die Zahl der Protestierenden auf 70. Überwiegend soll es sich um Russlanddeutsche handeln.

"Viele Häftlinge wollten nicht, dass ein homosexueller Koch das Essen zubereitet", erläuterte nach Angaben von faz.net ein Sprecher des Stuttgarter Justizministeriums die Motive. Der homosexuelle Koch habe sich dann bereit erklärt, künftig in der Küche für die Bediensteten der Justizvollzugsanstalt zu arbeiten. Freiwillig, wie es heißt.

Zwischenzeitlich ist aus dem Ministerium auch die Einschätzung zu vernehmen, es handle sich bei dem Streik um eine Machtdemonstration. Von einem Hungerstreik ist dort ausdrücklich nicht die Rede. Die Häftlinge versorgten sich offenbar mit Lebensmitteln aus dem Verkaufsladen in der Anstalt.

Ein Teil der Hungerstreikenden wurde den Berichten zufolge in andere Anstalten verlegt. Offenbar auch, weil den verantwortlichen die Lage zu brenzlig wurde. So soll es in der vergangenen Woche auch Anzeichen für einen weitergehenden Aufstand gegeben haben.

Einer der Insassen behauptete gegenüber der BZ, zahlreiche Gefangene hätten damit gedroht, nach dem Hofgang nicht mehr in ihre Zellen zurückzukehren. Die Leitung beschloss daraufhin strenge Maßnahmen, sperrte die Häftlinge in ihre Zellen und strich Sport- und Freizeitangebote.

(pst)