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Flug MH370 - Angehörige fordern unabhänige Untersuchung

Verschwundener Flug MH370 : Angehörige fordern unabhänige Untersuchung

Die Angehörigen der Passagiere des verschwundenen Fluges MH370 trauen der Informationspolitik der malaysischen Regierung nicht. Sie fordern eine unabhängige Untersuchung der gefundenen Wrackteile. Ihr Vertrauen in die Regierung in Kuala Lumpur ist erschüttert.

Angehörige der Passagiere des abgestürzten Fluges MH370 misstrauen weiterhin den von der malaysischen Regierung verbreiteten Informationen. Deren Einschätzung, dass es sich bei der auf La Réunion angespülten Flügelklappe definitiv um ein Teil der verschwundenen Passagiermaschine handele, sei bislang nicht bestätigt worden, erklärte am Mittwoch die Hinterbliebenen-Organisation Voice MH370. Auch eine Woche nach der Erklärung von Regierungschef Najib Razak fehle es an übereinstimmenden Aussagen anderer Experten.

"Die meisten Familien weigern sich natürlich, das Urteil der malaysischen Regierung zu akzeptieren, und warten auf eindeutigere und überzeugendere Analysen." Es sei wichtig, dass alle Wrackteile an einem geeigneten Ort unter Aufsicht Frankreichs und anderer "fortschrittlicher Nationen" untersucht würden.

Flug MH370 - Angehörige fordern unabhänige Untersuchung
Foto: afp, vel

Auf La Réunion im Indischen Ozean war in der vergangenen Woche eine Flügelklappe angeschwemmt worden, die anschließend zu Untersuchungen in ein Labor nahe Toulouse gebracht wurde. Malaysias Regierungschef Razak erklärte kurz darauf, das Wrackteil stamme mit Sicherheit von der vermissten Passagiermaschine. Die französischen Behörden sprachen lediglich von einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit.

Flug MH370 von Malaysia Airlines war im März vergangenen Jahres mit 239 Menschen an Bord auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. Zahlreiche Angehörige trauen dem Wrackfund nicht und glauben, dass ihre Liebsten noch leben und möglicherweise irgendwo festgehalten werden.

Nach einer Reihe von Falschmeldungen haben viele Hinterbliebenen kein Vertrauen mehr in die malaysische Regierung. Die Familien seien "vom ersten Tag an" unzufrieden mit dem Krisenmanagement gewesen, erklärte Voice MH370. Sie hätten Zweifel an der "Kompetenz, der Fähigkeit und den Absichten" der Regierung in Kuala Lumpur. Die Suche nach weiteren Wrackteilen an den Stränden von La Réunion und vor den Küsten der Insel wurde inzwischen ausgeweitet.

Hier geht es zur Infostrecke: Was seit dem Verschwinden von MH370 geschah

(AFP)