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Viersen: "Trübsal blasen hilft Einzelhandel nicht"

Viersen : "Trübsal blasen hilft Einzelhandel nicht"

IHK-Vizepräsident Friedrich Scholz begrüßt die Aktion "Heimat shoppen" zur Unterstützung des Einzelhandels. Er selbst führt in dritter Generation in Viersen ein eigenes Unternehmen und setzt auf kundenorientierte Beratung.

Der Geschäftsmann Friedrich Scholz denkt positiv und strahlt diese Haltung auch aus. "Wir haben schwierige Zeiten im Einzelhandel. Aber Trübsal blasen hilft nicht", sagt der IHK-Vizepräsident für den Sektor Einzelhandel. Der 51-jährige Scholz ist Inhaber des Viersener Herrenmodehauses Fritz Schmitz. Er kennt folglich die Probleme des Einzelhandels sehr genau. Immer mehr Menschen kaufen im Internet ein, und manches inhabergeführte Geschäft in bester Citylage hat seine Türen geschlossen.

Die Industrie- und Handelskammer möchte dem Einzelhandel mit einer Aktion unter die Arme greifen und Interesse bei den Kunden wecken. Die Aktion "Heimat shoppen" findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt, diesmal am 11. und 12 September. Der Einzelhandel soll dadurch wieder mehr Aufmerksamkeit bekommen.

"Wir haben damit im vergangenen Jahr einen Riesenerfolg verzeichnet", sagt Scholz. Damit meint er nicht nur den Umsatz, sondern vor allem die Tatsache, dass man bei den Kunden für ein neues Bewusstsein für den lokalen Einzelhandel gesorgt hat. Der Ruf "Geht nicht in die Ferne, sondern kauft vor Ort und nutzt dort das Angebot der kompetenten Händler" sei bei vielen Menschen angekommen. Sie hätten verstanden, dass inhabergeführte Geschäfte verschwänden, wenn es so weiterginge wie bisher.

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Scholz sagt, dass er an eine Chance für den Einzelhandel in der Innenstadt glaubt - wenn er sich durch guten Service etwa vom Internet abheben kann. Zufriedene Kunden kommen wieder und bringen auch Neukunden mit. "Wir müssen uns zukunftsweisend nicht für die nächsten Jahre aufstellen, sondern für die nächsten Jahrzehnte", sagt Scholz. Seinem eigenen Modehaus ist das immer wieder gelungen. Scholz' Urgroßvater Fritz Schmitz, Namensgeber des Geschäftes, gründete den Laden im Juni 1906 am Remigiusplatz.

Scholz führt die lange Geschichte auf die kompetente Beratung und den Service zurück. Das Herrenmodehaus bietet zum Beispiel einen Änderungsservice und eine Kunststopferei an. "Wir haben Kunden direkt aus Viersen, aber auch aus einem Umkreis von über 50 Kilometern", berichtet Scholz. Und wenn es mal schnell gehen muss, kann dem Kunden auch in der Not geholfen werden. Das gilt zum Beispiel dann, wenn kurz vor dem Hochzeitstermin noch etwas am Anzug geändert werden muss. Bei einer Tasse Kaffee kann der Kunde beruhigt auf die Änderung warten.

Für Scholz persönlich ist es unbedingt erforderlich, in der Innenstadt zu bleiben. "Wir wollen Bewegung in der Innenstadt erhalten und sie attraktiv machen." Und das geht eben nur über den Service.

"Im Prinzip gibt es nichts, was es nicht gibt", sagt der 51-jährige Viersener Modefachmann. Den Servicegedanken, den das Modehaus lebt, kann Scholz daher Kollegen nur empfehlen. Und er setzt auch auf die wiederkehrende Aktion Heimat shoppen, von der er sich erhofft, dass sich wieder viele Einzelhändler anschließen werden.

(tref)