Ratingen: Stadt beseitigt alte Radweg-Spuren

Ratingen : Stadt beseitigt alte Radweg-Spuren

Bürgermonitor: Die Piktogramme auf der Wallstraße sind verschwunden, doch die Stelle bleibt unübersichtlich.

Bürger, Politik und Verwaltung waren sich einig: Die Markierungen des Radweges auf der Wallstraße, die in entgegengesetzter Fahrtrichtung zu einem gefährlichen Engpass führten, waren ein Fehler. Die Stadt hat die Piktogramme entfernt - ein Erfolg des Bürgermonitors. Doch die Stelle bleibt unübersichtlich.

Ein schwerer Verkehrsunfall hatte die dortige Radwegeführung in den Blickpunkt gerückt. Wie berichtet, wollte ein 19-jähriger Autofahrer in Höhe Nummer zwölf (Pizzeria) ausparken und sich in den fließenden Verkehr einreihen. Dabei übersah er nach Angaben der Polizei einen entgegenkommenden 81-jährigen Radler. Der Senior prallte frontal auf das Auto und wurde mit schweren Verletzungen in eine Spezialklinik in Duisburg gebracht. Ihm sei durch vor ihm parkende Fahrzeuge die Sicht nach vorne versperrt gewesen, so der Autofahrer gegenüber der Polizei. Möglicherweise hatte die an dieser Stelle etwas eigenwillige Führung des Radweges um zwei Halte-Stellplätze herum etwas damit zu tun.

Die Wallstraße ist eine enge Einbahnstraße, die von der Düsseldorfer Straße in Richtung Oberstraße führt. Aus Fahrtrichtung Oberstraße werden die Radler über die aufgemalte Radspur um zwei Halteplätze herum direkt in den Gegenverkehr geleitet. Dann endet die Radspur. Autos, die vor der Pizzeria halten, können den Autofahrern die Sicht auf entgegenkommende Radler nehmen. Dort krachte es. Und immer wieder kam es an dieser Stelle zu Beinahe-Unfällen.

Martin Willke, Verkehrsplaner bei der Stadt, hatte damals betont: "Ich bin in dieser Sache - wie bei jedem Unfall auch in Zusammenarbeit mit der Kreispolizeibehörde - zunächst um die Klärung des Hergangs bemüht." Er wolle sich zunächst die Örtlichkeit ansehen, um sich dann ein Bild zu machen, teilte er auf Anfrage mit. Eine Woche nach dem Unfall meldete sich ein RP-Leser, der auf der Wallstraße wohnt. "Besonders die Stelle, an der die Radfahrer direkt in den Gegenverkehr geleitet werden, ist extrem gefährlich. Diese Gefahrenstelle muss entschärft werden." Überhaupt ist die Wallstraße nicht so ganz "ohne" für Radler. Sie darf ab Oberstraße nur bis zur Kreuzung Brunostraße in verkehrter Richtung befahren werden. Darauf weisen nur zwei Pfeile auf der Straße am Ende des aufgepinselten Radfahrweges hin: Sie zeigen nach rechts oder links. Ein deutliches Schild hat man sich am Eingang zum Knöllchenparadies gespart. Denn regelmäßig steht die Polizei ein paar Meter weiter an der Kreuzung Wallstraße/Bechemer Straße und kassiert meist ahnungslose Radler ab.

Mittlerweile ist der Abbiegepfeil ziemlich verblasst und kaum noch erkennbar. Apropos Pinselei: Die Stadt Ratingen wie auch andere Kommunen sind wahre Meister im Aufmalen von Radwegen. Auf der Rehhecke in Lintorf beispielsweise gibt es teilweise vier Spuren für Radler: Im Zuge der vergangenen Fahrbahnsanierung wurden neben existierenden Radwegen auf dem breiten Gehweg weitere Spuren auf die Straße gezeichnet.

Seinerzeitige Begründung der Stadt: Wenn die Gehsteige irgendwann mal saniert werden, dann fielen dort die Radspuren weg. Auch in Hösel, wie in West auf der Westtangente, wurden nach der Teilsanierung der Piste Radspuren auf die auch vom Schwerlastverkehr stark befahrene Bahnhofstraße aufgebracht. Das Gleiche soll auch im weiteren Verlauf der Bahnhofstraße geschehen - obwohl der Radweg dort teilweise auf der alten Bahnstrecke des "Feurigen Elias" führt. Die Politik hatte dagegen protestiert. Seitdem ruhen die Pläne für die Sanierung. Angeblich gibt es, so die Verkehrsplaner, Richtlinien, denen zufolge die Biker verstärkt auf die Fahrbahn geleitet werden sollen: Sie seien dort sicherer, weil man sie direkt im Blick habe.

(RP)