1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Greyhound wird in den Ferien zum Filmstudio

Neuss : Greyhound wird in den Ferien zum Filmstudio

Zehn- bis 14-Jährige erleben in der Jugendeinrichtung zurzeit "Hollywood in Neuss". Dabei stehen sie vor und hinter der Kamera.

Im kleinen Filmstudio der Jugendeinrichtung "Greyhound-Pier 1" ist die Aufregung groß. Die erste Klappe ist gefallen. Die Dreharbeiten für den Film zum Thema "Liebe" haben begonnen. Die Kinder und Jugendlichen zwischen zehn und 14 Jahren ziehen ihre Kostüme an und schminken sich. Die "Nachwuchs-Kameramänner" überlegen sich die richtige Einstellung für die Szene, und der ein oder andere ist sich noch unsicher, welche Mimiken die Richtigen sind.

Dabei kommt es schon mal zu kleineren Unstimmigkeiten, die mit Schubsereien einhergehen können. Kein Wunder, denn das Thema "Liebe" ist sicherlich für die Kinder und Jugendlichen besonders aufregend, da es für viele der Darsteller ein Genre ist, das sie vermutlich noch nicht kennengelernt haben.

Im "Greyhound" können die 13 Teilnehmer noch diese Woche in die Welt des Films hineinschnuppern. Das Osterferienprogramm findet unter dem Motto "Hollywood in Neuss - kleines Filmstudio" statt. Einige Kinder kümmern sich um das Filmen, die anderen um die schauspielerische Darbietung. Auch wenn die Szene vorher abgesprochen wird - der ein oder andere spontane Einfall wird trotzdem eingebaut. Am Set wird viel gelacht und natürlich auch Blödsinn gemacht.

"Das Programm ist vor allem da, um Spaß zu machen. Die Kinder sollen ihre Ferien genießen", sagt Sozialarbeiter Martin Hülbrock. Die kleinen Filmstars überlegen gemeinsam, unter welchem Thema sie einen Film drehen möchten. In der vergangenen Woche wurden schon Kriminal- und Actionfilme gedreht. Außerdem eine Reportage.

Die Kinder und Jugendlichen erstellen ein "Storyboard". Dabei wird jede Szene mit Zeichnungen auf Papier festgehalten. "Die Jungs und Mädels drehen dann jede Szene. Wenn wir alles im Kasten haben, wird der Film geschnitten und am Ende des Tages präsentiert" , sagt Hülbrock. Eine Szene nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, da die Kinder und Jugendlichen sich nicht immer sofort einig sind und ihr Bestes geben wollen. Zwischen 12 und 13 Uhr ist Mittagspause, in der die Teilnehmer gemeinsam zu Mittag essen können.

Neben dem täglichen Filmdreh finden zwei Ausflüge statt, bei denen das Thema "Film" im Mittelpunkt steht. "Letzte Woche waren wir in der Lichtburg in Essen. Der Filmpalast ist sehr beeindruckend", berichtet Hülbrock. Die Zehn- bis 14-Jährigen haben sich dort einen Film angeschaut und im Anschluss die Stadt erkundet. Morgen geht es in das Filmmuseum in Düsseldorf. Außerdem besuchen die Teilnehmer den Fernsehturm und schauen sich die Stadt an.

"Natürlich können die Kinder neben dem festgelegten Programm und den Ausflügen ihre Zeit mit Tischtennis spielen oder im Musikzimmer verbringen", sagt Hülbrock.

Am Ende der Woche werden die Filmstars in spe mit einem Grillnachmittag belohnt. Bei Würstchen und Co. werden die entwickelten Filme der letzten Wochen gezeigt. "Die Kinder zeigen viel Engagement. Man merkt, dass es ihnen Spaß macht", sagt Hülbrock.

Das Programm dauert zwei Wochen und kostet, inklusive der Verpflegung, Ausflügen und Fahrtkosten, rund 96 Euro. In den Sommerferien sind weitere Angebote geplant.

(NGZ)