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Hamtorkrug: Konzert sorgt für Mittelalter-Atmosphäre

Hamtorkrug : Konzert sorgt für Mittelalter-Atmosphäre

Honigbier, Mittelalter-Band und Kerzenlicht - im Hamtorkrug kam am Samstag Burgstimmung auf. Dazu trugen auch die gewandeten Konzertbesucher bei.

Etwa Janine Zimmer, die mit ihrem Sohn Fernando zur Mittelalternacht in die Neusser Kneipe gekommen war. Mit rotem Kleid im Schnitt des späten 14. Jahrhunderts und einem Fuchsfell am Gürtel schlüpfte Zimmer in ihre Rolle als "Gwendolinn von Feuchthofen". Unter diesem Namen besucht die Grevenbroicherin regelmäßig Mittelaltermärkte und Konzerte. Vor allem die Gesellschaft dort gefällt ihr. "Da ist ein Miteinander, das man heutzutage sonst nur noch selten findet", sagte sie.

Unter Mittelalter-Fans herrsche ein ganz anderes Lebensgefühl. "Die normale hektische Welt ist total von Computern und Smartphones geprägt, das braucht man auf den Mittelaltertreffen nicht, und man merkt dadurch, wie unnötig das eigentlich alles ist." Vor allem Fernando scheint das Hobby zu gefallen. "Ich lerne da schnitzen, schmieden und Bogen schießen", sagt er. Die andern Kinder in der Schule könnten oft gar nicht glauben, was er auf den Mittelaltermärkten so alles Tolles erlebt.

Janine Zimmer ist auch Fan der Mittelalter-Band Wirrwarr, die auch schon bei der Mittelalternacht im Hamtorkrug spielte. Rund alle sechs Wochen versucht Wirt Thomas Wenning eine Mittelalternacht zu organisieren. "Die Nachfrage danach ist da", sagt er. Einige trauerten auch am Samstag dem mittlerweile geschlossenen Stiftskeller hinterher. Etwa Marcel Kuhn und Manuel Pink. "Das war schon ein schönes Ambiente, aber der Hamtorkrug ist ein guter Ersatz", findet Pink.

Mit Galahad hat Wenning jedenfalls wieder eine musikalisch hochwertige Band gewinnen können. Mit einer Mischung aus Rock, Barock, Renaissance, Keltisch und Mittelalter wartet die Band nach eigener Aussage auf. Mit im Gepäck sind selbstverständlich Schlagzeug, Gitarre und Bass, aber auch Geige, Querflöte, Mandoline und Bouzouki. "Wir wollen eine Band mit verschiedenen Facetten sein", erklärt Sänger und Flötist Alexander Jost. jahu

(NGZ)