Erkrath: Gewölbe-Schatz für Schützen

Erkrath: Gewölbe-Schatz für Schützen

Die Sebastianer-Schützen haben einen unterirdischen Raum hinter der Kirche St. Johannes der Täufer restauriert. Das lange Zeit vergessene Gemäuer ist nun zünftiger Treffpunkt – und in seiner Ausstattung ein echtes Juwel.

Weit mehr als 500 Jahre mussten ins Erkrather Land ziehen, bevor der ehemalige Vorratskeller der Dernbacher Kloster-Schwestern als bauliches Juwel nun endlich glänzen kann. Hinter der Kirche St. Johannes der Täufer führte dieser unterirdische Raum über Jahrhunderte ein Schattendasein. Lediglich für Gerümpel war er in letzter Zeit nach dem Wegzug der Ordensfrauen gut genug. Direkt nebenan ist der Schießstand der Sebastianer Jungschützen sowie ihr Treffpunkt. Die Jugend-Beauftragten im Vereinsvorstand, die regelmäßig an diesem Kellerverlies vorbeigingen, hatten dann eines Tages die zündende Idee: Dieses verlassene Gewölbe könnte ein zünftiger Treffpunkt für den Sebastianer-Vorstand werden. Aber viel Überzeugungskraft, Unterstützung und ganz viel Arbeit und Geld waren erforderlich, um aus diesem Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

Feierlich eingeweiht

Inzwischen ist der mittelalterliche "Festsaal" – liebevoll Sebastianuskeller genannt – feierlich eingeweiht. In Anwesenheit von Bruder-Präses Günter Ernst, dem Sebastianer-Vorstand und vielen geladenen Gästen wurde der Raum seiner Bestimmung übergeben.

Viele Kerzen erhellen den liebevoll mittelalterlich dekorierten Raum, am langen Tisch kann zünftig ein Spanferkel verzehrt werden. Viele Gewerke von vielen Erkrather Handwerksmeistern wurden benötigt, um dieses Kleinod zu verwirklichen.

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Mit dem Bildhauer, dem Maurermeister, dem Schreiner und dem Dachdecker sind nur die traditionellen Handwerker genannt. Die Liste der fleißigen Hände ist endlos länger. Die meisten Arbeiten konnten von Sebastianer-Mitgliedern erledigt werden. Befreundete Fachleute und die Sponsoren konnten zudem gewonnen werden. Sebastianer-Bruder Olaf Grau spricht im Namen seiner Kollegen von großer Dankbarkeit, von Glück und von Stolz auf diese Gemeinschaftsarbeit.

Vorbildlicher Zusammenhalt

Schreinermeister Frank Nicolay wünscht sich, dass dieser Raum für weitere 525 Jahre genutzt werden kann. Brudermeister Thomas Kirchhoff spricht zunächst einmal von 200 Jahren Lebensdauer. Beide Daten können jedoch eines Tages allenfalls von Chronisten nachvollzogen werden. Jedenfalls freut sich . Kirchhoff auf ein "neues Miteinander" der Sebastianus-Brüder. Dieser vorbildliche Zusammenhalt im Verein sei der Tatsache zu danken, dass die Handwerker nicht nur gearbeitet haben, sondern in anderthalb Jahren Bauzeit auch beköstigt und vor allem angespornt worden sind.

(gund)
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