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Tobias Mann: Vom Klassenclown zum Komiker

Tobias Mann : Vom Klassenclown zum Komiker

Am Samstag geht es im Bürgerhaus Baumberg "verrückt in die Zukunft". Comedian Mann hat sich an Heinz Erhardt geschult.

Ihr Programm heißt "Verrückt in die Zukunft". Sind die nächsten Jahre denn nur auszuhalten, wenn man schräg drauf ist?

MANN Ich denke, die Welt ist allgemein besser zu ertragen, wenn man sie mit Humor nimmt. Das ist auch meine Philosophie. Besonders ernste Themen lassen sich gut mit Satire verarbeiten.

Wie wollen Sie das Publikum in Baumberg mit auf die verrückte Zeitreise nehmen?

MANN Auf der Bühne habe ich immer viel Energie, und das Publikum gerät so in meinen Strudel aus Wahnsinn. Im Programm spreche ich über alles, was mich emotional bewegt. Das können aktuell politische Themen sein, aber auch die Frage, warum die Eichhörnchen-Population in meinem Garten so groß ist. Mit Klavier und Gitarre spiele ich Lieder, die die Eckpfeiler des Programms darstellen. So soll es zu einem Dialog mit den Zuschauern kommen.

Inhaltlich gesellschaftskritisch, in der Form melodiös. Ist das ihr Rezept?

MANN Genau! Aber auch, wenn ich Themen anspreche, auf die ich emotional reagiere; es bleibt ein Unterhaltungsprogramm!

Sie haben auch schon ein Buch geschrieben und sind in einer Band aktiv. Wie bringen Sie das alles unter einen Hut?

MANN Gar nicht, denn die Band "Aca & Pella" liegt momentan auf Eis. Seit ich Vater geworden bin, haben sich die Prioritäten verschoben. Ich bin gerne Vater und Ehemann und deshalb momentan nur solo unterwegs.

Wie sind Sie eigentlich Kabarettist geworden?

MANN Ich war in der Schule immer der Klassenclown und wollte den Unterricht unterhaltsamer gestalten. Durch die Musik kam ich schnell auf Bühnen. Ich habe früher nämlich in der Schulband gespielt und später auch eine eigene gegründet. Mein Studium habe ich dann durch Comedy-Auftritte finanziert. Danach habe ich mir selbst ein Jahr Probezeit gegeben, um zu schauen, ob ich im Comedybereich Fuß fassen kann. Das hat funktioniert, und dafür bin ich bis heute dankbar.

Hatten Sie ein Vorbild in der Szene ?

MANN Das mit Vorbildern ist immer etwas schwierig, denn man wird dann gleich mit ihnen verglichen. Ich habe meinen eigenen Weg auf der Bühne gesucht. Aber natürlich habe ich mich mit Comedy auseinandergesetzt. Ich erinnere mich beispielsweise daran, wie ich mir in der heimischen Bücherei viele Male das Hörbuch "Noch'n Gedicht" von Heinz Erhardt ausgeliehen hatte. Ich war fasziniert von den Wortspielen und konnte es beinahe auswendig.

Ist das Ihr erster Besuch in Monheim?

MANN Ich musste im Vorfeld mal recherchieren und kam zu dem Ergebnis: Ja! Und dennoch habe ich das Gefühl, die Stadt bereits zu kennen. Ich bin gespannt, ob ich sie eventuell doch von irgendwoher wiedererkennen werde. Ich freue mich zumindest auf die Monheimer Zuschauer.

DIE FRAGEN STELLTE MARCO MAINZ.

(RP)