Duisburg: Sparen mit dunklen Straßen

Duisburg: Sparen mit dunklen Straßen

Rund 639 000 Euro könnte die Stadt Duisburg jährlich sparen, wenn die Stadtwerke zwischen 1.30 Uhr und 5 Uhr flächendeckend die Straßenbeleuchtung abschalten. Ein Einsatz von LED-Lampen kommt dagegen nicht in Betracht.

Duisburgs Straßen sind auch nachts beleuchtet, wenn kaum jemand unterwegs ist. Energie kostet Geld — auch wenn 92 Prozent der Laternen inzwischen mit energiesparenden Natriumdampf-Hochdrucklampen oder Kompaktleuchstofflampen ausgestattet sind.

Zum Haushaltssicherungskonzept schlägt die Verwaltung nun vor, die Straßenbeleuchtung zwischen 1.30 Uhr und 5 Uhr flächendeckend abzuschalten. Das entspricht etwa 1030 Brennstunden im Jahr und Energiekosten in Höhe von 639 000 Euro. Das Problem: Aus technischen Gründen lassen sich einzelne Straßenabschnitte nicht getrennt abschalten. Entweder ganz oder gar nicht, lautet die Devise.

Keine Vergleichswerte

Erfahrungswerte aus vergleichbaren Städten gibt es nicht. Lediglich in der Kleinstadt Rheine wurde ein solcher Versuch unternommen, und dort zeigte sich sowohl bei Unfällen als auch bei der Kriminalität kein signifikanter Unterschied. Trotzdem vermag dieses Konzept nicht jeden zu überzeugen. So gingen im Wirtschaftsausschuss die Meinungen weit auseinander. Eine entsprechende Beschlussvorlage fand keine Mehrheit, weil zehn Ausschussmitglieder dagegen und zehn dafür waren.

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Als nächstes wird sich nun der Hauptausschuss in seiner nächsten Sitzung am Montag, 15. März, mit dem Thema befassen. Eine gesetzliche Verpflichtung, eine Straßenbeleuchtung vorzuhalten und zu betreiben, bestehe nicht, argumentiert die Verwaltung.

Allerdings haben Gerichte festgestellt, dass wichtige innerörtliche Straßen, Gefahrenstellen und unübersichtliche Straßenabschnitte auf jeden Fall ausgeleuchtet sein müssen. Dazu müssten an entsprechenden Standorten noch mit den Aufsichtsbehörden abgestimmte Investitionen vorgenommen werden.

Die Frage, ob mit LED-Beleuchtung nicht ein noch größerer Einspareffekt erzielt werden kann, stellt sich zunächst nicht. "Das gilt sicherlich aus ökologischer, aber nicht aus wirtschaftlicher Sicht", so Dezernent Jürgen Dressler. Die Ausgaben für eine Umrüstung von Duisburgs Straßenlaternen auf LED amortisiere sich frühestens nach zehn bis 20 Jahren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So will die Stadt Geld in die leeren Kassen spülen

(RP)