Duisburger Feuerwehr bekommt neue Uniform in Beige

Neue Uniformen: Die Duisburger Feuerwehr rückt künftig in schickem Beige aus

Die Duisburger Feuerwehr bekommt neue Uniformen. Künftig werden die Einsatzkräfte im Sandton in der Stadt unterwegs sein. Die Farbe soll die Arbeit sicherer machen. Die Kosten liegen bei rund zwei Millionen Euro.

Mal eben eine neue Jacke? So einfach ist das bei der Feuerwehr nicht. Wenn sie neue Uniformen beschafft, dann dauert das mehrere Jahre, kostet zwei Millionen und muss Jahrzehnte halten. Die Anschaffung will wohlüberlegt sein - wie man am Beispiel Duisburg sieht.

Dort werden die Einsatzkräfte künftig im Sandton unterwegs sein. Das typische Dunkelblau der Feuerwehr-Uniformen wird spätestens in vier Jahren Geschichte sein. Die neue Ausrüstung wurde am Freitag vorgestellt.

Bis die Entscheidung für die neue Schutzkleidung stand, war es allerdings ein weiter Weg. "Wir haben uns in ganz Deutschland umgehört", erläutert Michael van der Heyden, Sachgebietsleiter Technik und Zentrallager bei der Feuerwehr, den Entscheidungsprozess. "Wegen der Rückmeldungen von Kameraden aus anderen Städten haben wir uns dazu entschieden, Kleidung von fünf verschiedenen Anbietern zu testen." Die Schutzkleidung sei auf Herz- und Nieren geprüft worden. "Wir haben die unterschiedlichen Ausrüstungen im Einsatz getragen und genau Buch darüber geführt, wie sie sich unter Extrembedingungen verhalten." Am Ende sei die Entscheidung auf die sandfarbenen Schutzanzüge des Schweizer Herstellers Consativ gefallen.

Sicherer, komfortabler und mit mehr Haken und Ösen

"Die neue Ausrüstung sieht nicht nur auffälliger aus, sie ist auch sicherer und komfortabler als die alte", sagt van der Heyden. Zum einen sei sie deutlich ergonomischer und enger geschnitten als die blauen Uniformen. Das sei nicht nur angenehmer, sondern verhindere auch, dass Rauch in die Kleidung eindringen könne. "Die helle Farbe hat außerdem den Vorteil, dass zum einen unsere Kameraden besser zu erkennen sind. Und zum anderen, können wir schneller feststellen, ob es Schäden an der Ausrüstung gibt."

Weitere Vorteile: Zusätzliche Halterungen für Lampen und Zusatzausrüstung, ein integrierter Rettungsgriff am Rücken, ein integrierter Rettungsgurt, ein ID-Chip, der bei der Zuordnung der Ausrüstung hilft, und das reduzierte Gewicht. "Die neue Ausrüstung ist etwa ein halbes Kilogramm leichter als die alte", erläutert van der Heyden. "Wenn man sie lange trägt, macht das schon einiges aus."

Zwei Millionen Euro kostet die neue Ausrüstung

Die Kosten für den High-Tech-Schutz liegen bei 900 Euro pro Ausrüstungsset. "Bei rund 1000 Feuerwehrleuten mit je zwei Sets bedeutet das ein Investitionsvolumen von rund zwei Millionen Euro", rechnet Feuerwehrchef Oliver Tittmann vor. "Allerdings verteilt über die kommenden vier Jahre. Wir werden jetzt nach und nach damit beginnen, die Bestände auszutauschen." Neben der Berufsfeuerwehr sollen auch die freiwilligen Einsatzkräfte mit der neuen Kleidung ausgestattet werden.

Der Umstieg auf die sandfarbenen Uniformen war laut Feuerwehr trotz der hohen Kosten alternativlos. "Die alten Uniformen sind jetzt 20 Jahre alt", sagt Tittman. "Sie haben sich zwar bewährt, doch die Anforderungen an den Job sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Es war nun einfach an der Zeit, ausrüstungstechnisch nachzulegen."

Oberbürgermeister Sören Link, der gestern probeweise in die beige Uniform schlüpfte, unterstützt das Vorhaben. "Nach dem, was ich von der neuen Ausrüstung bisher gesehen und gelesen habe, ist das jetzt ein Quantensprung", sagt er. "Das wichtigste ist, dass unsere Einsatzkräfte wohlbehalten aus ihren Einsätzen zurückkehren."

(th)