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Udo Figge: Schwuler Schützenkönig feiert mit Partner Dirk Jehle

Düsseldorf : Schwuler Schützenkönig feiert mit Mann

Ein Kuss, dann der Walzer - so führten sich am Samstag die beiden schwulen Männer Udo Figge und Dirk Jehle im Haus Gantenberg in ihr Amt als neues Bilker Königspaar der "Friedrichstädter Reserve" ein. Die Kameraden klatschten Beifall, es gab Bravorufe.

Im Vorfeld hatte es Ärger mit dem Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften gegeben. Der forderte, dass nur eine Frau an der Seite von König Udo stehen dürfe. Figge weigerte sich: "Ich brauche keine Frau als Alibi." Jehle trägt aber nicht den Titel "Königin", sondern "Prinzgemahl". Figge, der für die SPD im Stadtrat sitzt, erzählte in einer Ansprache, wie er seinen Partner 1992 kennengelernt und zehn Jahre später geheiratet hat - und ging auch auf die Kritik ein: "Zu dem Bund kann ich nur sagen: Wir leben nicht mehr im 19. Jahrhundert."

Auch Karl-Heinz Haeser, Vorgänger als König, sieht das so. "Der gesamte Bilker Sebastianer Schützenverein mit mehr als 700 Schützen, steht hinter Udo. Dirk gehört ebenfalls längst zu uns. Unsere Frauen mögen ihn. Er nimmt auch an jedem Damenprogramm teil." Unterstützung für Homosexuelle war auch für Haeser ein Anliegen. Mit seiner Frau sammelte er im Königsjahr 800 Euro für das Jugendzentrum "Puls", das sich um jugendliche Lesben und Schwule kümmert.

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Der Fall hatte weit über Düsseldorf hinaus für Aufsehen gesorgt. Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften hatte erklärt, man habe zwar keine Einwände gegen einen schwulen Schützenkönig, doch der christlichen Tradition wegen sollte dieser bei offiziellen Auftritten eine Frau an seiner Seite haben. Bei einer Sitzung im November will der Dachverband diskutieren, ob er an dieser Regelung festhalten soll.

Britta Damm, Chefin der 15.000 Schützen in Düsseldorf, würde eine weitere Öffnung gegenüber Schwulen begrüßen. "Ich freue mich auf den Tag, wenn ein schwuler Schützenkönig so normal ist, dass man darüber nicht mehr spricht."

(arl/wber/ujr)