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Dormagen: Theaterpremiere mit Eltern und Lehrern

Dormagen : Theaterpremiere mit Eltern und Lehrern

Am Norbert-Gymnasium gibt es heute und morgen zwei Aufführungen, bei denen einmal nicht Schüler eine Rolle spielen, sondern deren Väter, Mütter und Pädagogen. Das zehnköpfige Ensemble inszeniert ein Shakespeare-Stück.

An fast jeder Schule gibt es Theatergruppen, in denen Schüler in Eigenregie Stücke einüben, um diese später der Öffentlichkeit zu präsentieren. Eher selten kommt es vor, dass sich ein solches Ensemble wie am Norbert-Gymnasium aus Eltern und Lehrern zusammensetzt. Heute und morgen inszeniert erstmals eine 10-köpfige Gruppe ganz ohne Schülerbeteiligung eine eigene Version von William Shakespeares "Was ihr wollt". Jeweils um 19.30 Uhr beginnt die Vorstellung auf der Bühne des Friedrich-Spee-Saals auf dem Klostergelände.

"Mit der Aufführung bringen wir ein sehr außergewöhnliches und zeitintensives Projekt zu Ende", erklärt der erfahrene Regisseur Albert Glombek, der auch selber eine kleine Rolle spielt. Besonders schwierig sei dabei das gemeinsame Proben gewesen, da alle Mitglieder berufliche Verpflichtungen und einen anderen Tagesablauf hätten. "Regelmäßige Proben waren nicht möglich, es kam immer wieder zu Ausfällen und Terminkonfrontationen", so der ehemalige Deutsch- und Philosophie. Auch inhaltlich habe sich die Arbeit deutlich von der mit Schülern unterschieden: "Es war einfach kollegialer, und beim Umgang gab es nicht die Schranken eines Schüler-Lehrer-Verhältnisses", sagt Philipp Knutzen. Den 31-Jährigen Englischlehrer habe besonders die Entwicklung der Gruppe begeistert. "Man wurde immer wieder aufs Neue von dem Ehrgeiz und der Leidenschaft überrascht."

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Das Projekt entstand vor rund anderthalb Jahren aus einer Idee von Beate Kaesmacher. Die Liebe zum Theater war für die Mutter der Anreiz, die Gruppe zu gründen. "Durch meine Tochter wusste ich, dass Albert Glombek langjährige Theatererfahrung hat und mir kam die Idee, selber im Umfeld der Schule kreativ tätig zu werden." Schnell fanden sich andere Eltern und Lehrer, die sich für das Projekt begeistern konnten.

Nachdem es immer wieder zu terminlichen und personellen Problemen kam, gelang es der Gruppe nur mit enormem Zeitaufwand, die Proben und die Arbeiten an Requisiten und Kostümen abzuschließen. Dem eigenen "Größenwahn" sei es geschuldet gewesen, dass man sich dann auch noch für ein Stück von Shakespeare entschied, sagt Glombek schmunzelnd. In der Komödie des englischen Lyrikers beschließt Viola, die nach einem Schiffsbruch alleine gestrandet ist, sich als Mann zu verkleiden, um in die Dienste des Herzoges Orsino zu treten. Der ist unsterblich in die Gräfin Olivia verliebt, die aber aus Trauer um ihren verstorbenen Bruder die Gesellschaft zu Männern meidet. Als Viola die Liebesbotschaften des Herzoges an Olivia übermitteln soll, entwickeln sich die Beziehungen schnell in ungeahnte Richtungen und es entstehen zahlreiche Konflikte.

Ob und wie die Arbeit für die Mitglieder innerhalb der Gruppe weitergeht, ist bisher noch nicht endgültig geklärt. "Am Samstagabend sind wir erstmal komplett am Ende und müssen und brauchen eine Regenerationszeit", scherzt Glombek. Karten für beide Tagek sind für sechs Euro im Sekretariat des Norbert-Gymnasiums erhältlich.

(NGZ)