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Krefeld: Krefelder Babyleiche – Polizei plant Massengentest

Krefeld : Krefelder Babyleiche – Polizei plant Massengentest

Nur 50 Hinweise hat die Polizei bisher auf Frauen erhalten, die Mutter der im Krefelder Südpark gefundenen Babyleiche sein könnten.

"Es sind keine brauchbaren Tipps dabei", teilte Staatsanwältin Anna Stelmaszczyk gestern mit. Auch die neue Taktik der Staatsanwaltschaft, eine Belohnung von 5000 Euro für Hinweise auf die Frau zu geben, ist bisher nicht von Erfolg gekrönt. Ab Montag gehen die Ermittlungen deshalb in eine nächste Stufe: Die Polizei will ab dann Massengentests vorbereiten. "Einzelne Untersuchungen stehen noch aus, und Hinweisen wird noch akribisch nachgegangen. Sollten sich aber keine weiteren Ermittlungsansätze ergeben, wird der nächste Schritt eine DNA-Reihenuntersuchung sein", bestätigte Krefelds Polizeisprecher Wolfgang Weidner gestern. Genmaterial der Mutter sei durch die bei dem Baby gefundene Plazenta vorhanden — die Krefelder Mordkommission habe bei der Staatsanwaltschaft die Genehmigung des Massengentests angefordert. Hunderte Tests werden wohl nötig sein.

Am 5. März 2014 war im kleinen Krefelder Wäldchen Südpark ein toter Säugling in einer Mülltüte gefunden worden. Die Obduktion ergab, dass der voll ausgetragene Säugling kurz nach der Geburt getötet worden war. Im Mund des Babys befanden sich eingepresste handelsübliche Feuchttücher. Die Polizei glaubt, dass der Säugling maximal zwei Wochen dort gelegen hat.

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Zur konkreten Ausgestaltung des Tests — welche Personen geprüft werden — macht die Polizei keine Angaben. Fest steht: Bei einem Massengentest wird per Wattestäbchen DNA-Material aus dem Mund entnommen. Der Test basiert auf Freiwilligkeit, niemand kann gezwungen werden. Allerdings wird auch eine Verweigerung des Massentests die Polizei skeptisch machen. Nach geltendem Recht darf die Polizei eigentlich Personen, die sich dem Test verweigern, nicht weiter unter Beobachtung halten. In der Praxis, so bringen Krefelder Ermittler unverhohlen zum Ausdruck, würden diese Mütter selbstverständlich verschärft beobachtet.

Hinweise an Tel. 02151 6340.

(RP)