Übergewicht und falscher Check-In: So wird der Billigflieger zur Kostenfalle

Übergewicht und falscher Check-In : So wird der Billigflieger zur Kostenfalle

Gleich vier Feiertage beschert der Mai, und somit viele Möglichkeiten, einen Kurztrip ans Meer zu planen. Bei Angeboten wie "für 40 Euro nach Mallorca" fällt die Entscheidung ja auch leicht. Wären da nicht die versteckten Zusatzgebühren.

Ein Traum: Die Brückentage sind abgesegnet und das Billigticket Richtung Urlaubsziel gefunden. Angebote wie "für 13 Euro nach Ibiza" oder "für 40 Euro nach Gran Canaria" sind dank Ryanair, TuiFly und Condor keine Seltenheit mehr. Zum Albtraum verwandelt sich die Sache jedoch blitzschnell, wenn die Online-Buchung beginnt.

Denn wer nicht genau hinsieht, bucht bei den vielen Klicks, die auf dem Weg zum Zahlungsabschluss gemacht werden müssen, schon mal unwissentlich einen Mietwagen, eine Reiseversicherung oder einen Auslandshandytarif dazu. Sogar die Platzwahl kann kostenpflichtig sein. Bei Ryanair etwa, müssen Paare die nebeneinander sitzen wollen, für die Sitzplatzreservierung 7 Euro pro Person bezahlen - ansonsten herrscht im Flugzeug freie Platzwahl.

Die nächste Hürde ist dann die Zahlungsoption selbst. Kurzentschlossene, die weniger als sieben Tage vor Abreise buchen, können beispielsweise nicht mehr per Lastschriftverfahren buchen. Sie müssen die Kreditkarte belasten. Hier ist Ryanair unschlagbar günstig. Die Billigairline schlägt nur 1,29 Euro Kreditkartengebühr auf den Kaufpreis. Bei Tuifly dagegen fallen schon knapp 8 Euro an, und bei Buchungsplattformen wie etwa logitravel kann es sogar zu 30 Euro Kreditkartengebühr kommen.

Ärger mit der Bordkarte

Während es bei den meisten Airlines die Möglichkeit gibt am Schalter einzuchecken, geht das bei Ryanair nur Online und erst ab 15 Tage vor Abflug. Wer das vergisst und am Schalter eincheckt, muss 7 Euro bezahlen. Es empfiehlt sich außerdem nach dem Kauf des Tickets, auch die Bordkarte bald auszudrucken. Denn Ryanair zum Beispiel verlangt 70 Euro, wenn man diese am Schalter ausdrucken lassen möchte, statt das schon zu Hause am Rechner selbst zu erledigen.

Online einchecken

Ryanair selbst sieht darin kein Problem, der Gast müsse vor dem Buchen in die AGBs schauen: "Unsere Geschäftsbedingungen legen deutlich dar, dass Passagiere eine gültige Bordkarte und einen Ausweis zum Flughafen mitbringen müssen. Ansonsten fallen Gebühren an", sagt eine Ryanair-Sprecherin. "Das Einchecken und Ausdrucken der Bordkarte ist zwei Wochen bis vier Stunden vor Abflug möglich." Das sei ausreichend Zeit. Da viele Urlauber jedoch länger unterwegs sind, müssen sie entweder im Hotel um einen Ausdruck ihrer Bordkarte bitten oder als Pensionsgast nach einem Internetshop suchen und so Urlaubszeit vergeuden.

Vorsicht mit dem Handgepäck

Gerade bei Billigairlines kann auch das Gepäck beim Einchecken am Schalter teuer werden: Bei Ryanair etwa zahlen Passagiere am Flughafen, die ein Gepäckstück nicht vorher schon online angegeben haben, eine Gebühr, die viermal so hoch sein kann: In der Nebensaison kostet zum Beispiel ein 15 Kilogramm schwerer Koffer 60 statt 15 Euro. Auch bei Easyjet liegt die Gebühr am Schalter deutlich über der im Internet.

Wer sich die Gepäckkosten gänzlich sparen will, und nur mit Handgepäck kommt, ist vor den Zusatzkosten jedoch keineswegs gefeit. Ob Rucksack oder kleiner Rollkoffer, das Gepäckstück darf die Maße 55 mal 40 mal 20 (L,B,H) nicht überschreiten, und nicht schwerer als zehn Kilo sein. Ob die Größe stimmt, wird spätestens beim Boarding genau kontrolliert. Selbst wer schon eine Bordkarte in der Hand hat, kann dann noch zur Kasse gebeten werden. Bei zu großem Handgepäck wird bei Ryanair eine Gebühr von 60 Euro fällig.

Laptop, Kamera oder Handtasche müssen übrigens ebenfalls in dem Koffer verstaut sein. Jede Person darf nur ein Gepäckstück dabei haben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Zusatzgebühren der Billigflieger 2013

(dpa/sgo/das)