Die zehn wichtigsten Genf-Studien: Sind das die Autos der Zukunft?

Die zehn wichtigsten Genf-Studien : Sind das die Autos der Zukunft?

Studien beleben jede Automesse, denn sie sind die Hingucker des Parketts. Manche Exemplare sind weit weg von der Serie und sollen einen wagen Ausblick auf künftiges Design oder Technik geben, während andere wiederum fast eine 1:1-Kopie des nahenden Serienmodells wiedergeben. Wir stellen die zehn wichtigsten Konzeptautos dieser Messe vor.

Man darf berechtigt fragen, ob man sich eine Automesse nicht sparen könnte. Schließlich ist es kein Problem, neue Fahrzeuge auch beim Händler um die Ecke oder zumindest in der nächsten größeren Stadt anschauen, meist sogar ohne Menschengedränge. Was es dort nicht zu sehen gibt sind die Studien, die das Salz in jeder Messesuppe sind. Auch derzeit in Genf. Wir stellen die wichtigsten zehn Konzeptautos vor.

Alfa Romeo präsentiert die Spider-Version des 4C, die bei flüchtiger Betrachtung als Serienmodell durchgeht. Bei genauem Hinsehen fällt die Auspuffanlage auf; die Studie führt das Abgas durch teures Titan nach außen und fängt die Blicke mit einem zentralen Doppelrohr, während das bereits auf dem Markt befindliche Coupé ein Rohr links und eines rechts trägt.

Unter der Haube des Cabrios schlägt indes das gleiche Herz mit zwei Litern Hubraum und vier Zylindern (177 kW/240 PS), das für einen Standard-Sprint auf 100 km/h von 4,5 Sekunden und 250 Sachen in der Spitze sorgt.

Nicht ganz so aufregend wie der Italiener, aber kaum weniger interessant mutet der Mazda Hazumi an. Auch er bewegt sich sehr nah am kommenden Serienmodell, das Anfang nächsten Jahres an den Start gehen wird. Die Optik orientiert sich stark an der so genannten Kodo-Designsprache: Der Kleinwagen wird sich nahtlos in das bestehende Fahrzeugprogramm einreihen.

Das künftig zum Einsatz kommende 1,5 Liter große Dieseltriebwerk dürfte Aufsehen bei den Technikfans erregen. Der Selbstzünder hält seine Rohemissionen analog zu den schon eingeführten 2,2-Liter-Varianten bereits so rein, dass keine aufwendige Nachbehandlung durch SCR-Technik notwendig wird, um die Euro 6-Norm zu erreichen.

Mehr Design als Antriebstechnik und noch weit weg von der Serie — das ist der Volvo Concept Estate. Das Shooting-Brake erinnert an den 1800 ES und gibt nicht nur einen Ausblick darauf, wie die Schweden in der Zukunft Exterieur-Gestaltung betreiben könnten, sondern auch auf mögliche Bedienkonzepte. Charakteristisch ist der übergroße Monitor, so dass die Entwickler immer mehr Möglichkeiten bei der Ausgestaltung von Funktionalitäten haben.

Umweltfreundlich und emotional zugleich geht es im Hause Skoda zu. Die Designstudie Vision C im viertürigen Coupé-Format spricht vor allem das Herz an. Als Antrieb verpassten die Techniker der auf dem modularen Querbaukasten basierenden Studie den konzernbekannten 1,4 TSI als Erdgas-Version. Neben der schicken Optik soll auch der Nutzwert nicht zu kurz kommen. So versprechen die Tschechen viel Platz für Mensch und Fracht; letztere soll dank großer Kofferraum-Klappe möglichst einfach eingeladen werden können.

Auch die Haupt-Konzernmarke Volkswagen präsentiert ein durchaus aufregendes Concept-Car. So soll der offene T-Roc einen Ausblick darauf geben, in welcher Form das Thema Kompakt-SUV künftig abgehandelt werden könnte neben oder vielleicht auch nach dem Tiguan. Wie nah oder weit Design und Konzept der Studie von einem potenziellen Serienmodell entfernt sind, will man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten, allerdings dürfen die Messebesucher getrost davon ausgehen, dass die Crossover-Dichte bei Volkswagen noch längst nicht den Höhepunkt erreicht hat.

Recht konventionell fällt die Antriebseinheit des ebenso auf dem MBQ fußenden Allradlers aus: Unter der Haube steckt der 2,0 TDI mit 135 kW/184 PS (entspricht der aktuellen Ausbaustufe), und für die Kraftübertragung sorgt ein Doppelkupplungsgetriebe — erstmals in dieser Drehmomentkategorie mit sieben Fahrstufen. Für die Momentenverteilung des permanenten 4x4 ist eine Haldex-Kupplung zuständig.

Dass das Thema Brennstoffzelle gerade aktuell ist, zeigen Hyundai und Honda. Während man sich den Intrado — Hyundais ersten Vertreter aus der Feder Peter Schreyers — mit etwas Phantasie schon als Serienmodell vorstellen könnte, wirkt der Honda FCEV weitaus futuristischer. Der wurde zwar schon auf der Messe in Los Angeles vorgestellt, zeigt sich nun aber auch erstmals den Europäern.

Ob die im Sinne der besseren Aerodynamik angebrachten Radverkleidungen auch dem Auge der Betrachter schmeicheln, sei dahingestellt. Der Hyundai Intrado dagegen punktet vor allem mit Leichtbau (Karbon) sowie einer muskulös anmutenden Silhouette. Damit könnte der Koreaner Zustimmung erhaschen.

Das Subaru Viziv 2 Concept spricht definitiv die Techniker unter den Autofans an. Mit einem aufwendigen Hybrid-Strang versucht der Traditionshersteller, den Zielkonflikt zwischen Leistung und Effizienz aufzulösen, ohne auf wertvolle Markentugenden zu verzichten. So steckt unter der Motorhaube ein 1,6 Liter großer Boxermotor mit Direkteinspritzung, der über ein CVT-Getriebe mit einem Elektromotor verbunden ist.

Um Allradantrieb zu gewährleisten, bekommen die Hinterräder jeweils einen Elektromotor, so dass insgesamt drei E-Maschinen am Werk sind. Leistungsfähige Lithium-Ionen-Akkus erlauben auch einen rein elektrischen Betrieb über größere Distanzen, der Viziv 2 ist also ein echter Plug-in-Hybrid.

Die somit verzichtbare mechanische Verbindung zwischen Vorder- und Hinterachse spart Gewicht. Außerdem eignen sich die Elektromotoren der beiden Hinterräder, um im Sinne eines Stabilitätsprogramms Einfluss auf das Giermoment zu nehmen.

Kia dagegen setzt mit der Studie GT4 Stinger auf konventionelles Downsizing mit dem bekannten Zweiliter-Turbo. Aufhorchen lässt der Benziner mit seiner Leistung von 232 kW/315 PS; dazu passt der Heckantrieb wie angegossen, gut denkbar, dass der hübsche Zweitürer mit Traumbody per Gaspedal um die Ecke geworfen werden kann.

Um den sportlichen Charakter der Europa-Premiere zu unterstreichen, spendierten die Ingenieure dem Concept ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Der GT4 wäre ohne Frage ein erfrischender Spot im Modellprogramm der koreanischen Marke.

Ganz der klassischen Antriebskunst widmet sich Maserati mit einem Paukenschlag zum einhundertjährigen Jubiläum der Marke. Unter der Haube des bildschön gezeichneten Transaxle-Coupés Alfieri mit den auffällig kurzen Überhängen werkelt ein 4,7 Liter großer V8 zusammen mit dem MC-Shift-Sechsganggetriebe.

Der Zweitürer basiert auf dem Gran Turismo MC Stradale und schreit seine Verantwortlichen förmlich an, gebaut werden zu wollen. Nicht nur für Maserati-Fans wäre der Tag einer positiven Entscheidung definitiv ein schöner Tag.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Genfer Salon 2014 - das sind die wichtigsten Auto-Studien

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