Düsseldorf: Kamera für kranke Mutter erwischt Trickdiebe

Düsseldorf: Kamera für kranke Mutter erwischt Trickdiebe

Ein vom Sohn installiertes Überwachungssystem hat Trickdiebe beim Durchsuchen der Wohnung der leicht dementen Mutter abgelichtet. Ohne richterliche Erlaubnis darf die Polizei die Fotos nicht veröffentlichen.

Seit drei Jahren hat er die Wohnung der alten Dame mit mehreren Kameras ausgestattet. Die werden durch Bewegungssensoren ausgelöst, schicken Wichmann ein Bild auf den PC. Bewegt sich nichts in der Wohnung, bleiben die Bilder aus. Dann hat der Sohn Grund, sich zu sorgen, wie damals, als sie mit einer Lungenentzündung im Bett blieb. "Ich bin berufstätig, und wenn ich erst nach Feierabend zu ihr gefahren wäre, hätte es schlimmer kommen können", sagt der Sohn. So hatte er sich frühzeitig gewundert, dass von seiner Mutter nichts zu sehen war. "Da hatte sich das schon gelohnt."

Anfangs sei die alte Dame nicht gerade begeistert von der Idee gewesen, "sie hat sogar ein paar Tage nicht mehr mit mir geredet", doch inzwischen, sagt Wichmann, sehe sie auch die Vorteile der Technik. "Ich kontrolliere sie nicht, will sie auch nicht dauernd im Auge behalten, sondern nur wissen, dass es ihr gut geht", sagt er. Der Pflegedienst wisse Bescheid, die meisten Betreuer hätten mit den Kameras auch kein Problem.

Seniorenberater Horst Grass hatte von der Methode noch nie gehört. "Wenn die Mutter eingewilligt hat, dann kann es durchaus von Vorteil sein", sagt er. Denn wenn die Kameras ermöglichen, dass ein alter Mensch in seinen eigenen vier Wänden leben kann, dann "würde ich das befürworten".

Wichmanns Mutter ist bis auf die leichte Demenz noch sehr fit, nimmt mühelos die Treppen bis in den vierten Stock. Doch seit ihrem dritten Herzinfarkt fühlt sich der Sohn mit der Kameratechnik einfach wohler. Den Coup der Trickdiebe, die sich als Wasserwerker ausgaben, um dann nach Wertsachen zu suchen, konnten die Kameras zwar nicht verhindern. Aber vielleicht helfen sie noch bei der Klärung.

(RP)
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