Dinslaken: Falschparkern droht nun Abschleppen

Dinslaken: Falschparkern droht nun Abschleppen

Wer seinen Wagen in Dinslaken an einer Ladestation für elektrisch betriebene Autos zum Parken abstellt, der muss künftig damit rechnen, dass Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes das Fahrzeug entfernen lassen.

Die Stadt Dinslaken hat von ihrem Rechtsamt prüfen lassen, ob es möglich ist, Pkw, die auf den Stellplätzen einer Elektroladestation geparkt sind, ohne dass die Fahrzeuge aufgeladen werden, abschleppen zu lassen. "Das Abschleppen dürfte zulässig sein, es ist daher eine Option für uns", erklärte gestern Marcel Sturm, Pressesprecher der Stadt Dinslaken, auf Nachfrage der RP. Es handle sich um verbotswidriges Parken, vergleichbar dem auf Behindertenstellplätzen oder an Taxiständen. "Nach unserer Ansicht ist das Abschleppen grundsätzlich möglich, allerdings bedeutet das nicht, dass Fahrzeuge an E-Ladestationen blindlings abgeschleppt werden. Es gilt, die Verhältnismäßigkeit zu wahren", so Sturm.

Für die Stadt bedeutet dies beispielsweise, dass ein Wagen, der einen der beiden Stellplätze einer E-Ladestation blockiert, nicht abgeschleppt wird, wenn der andere noch nutzbar ist. Zudem würden die Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes sich auch umschauen, ob der Falschparker sich in der Nähe aufhält und ihn auffordern, seinen Wagen wegzusetzen und den Parkplatz freizumachen. "Generell bewerten die Mitarbeiter vor Ort die Lage und entscheiden, ob abgeschleppt wird", sagte Sturm. Die Verwaltung hofft, dass die Sensibilität der Autofahrer durch die gegenwärtige Diskussion geschärft worden ist.

  • Dinslaken : An E-Station geparkte Pkw abschleppen?

Befeuert hat die Diskussion in Dinslaken ein Autofahrer, der sich weigerte, ein Knöllchen wegen Parkens auf dem Gehweg zu zahlen. Er hatte angeführt, dass sein Elektroauto von seiner Tochter nur auf dem Gehweg an der Neutor-Galerie geparkt worden war, weil sie das Fahrzeuge an der dortigen E-Station aufladen wollte, beide dafür vorgesehenen Stellplätze aber durch Parker blockiert waren. Er regte deshalb an, dass die Kommune in solchen Fällen rigoros abschleppt.

Mehrere Ladestationen in Dinslaken werden von den Stadtwerken betrieben. Standorte sind: neben dem Amtsgericht an der Schillerstraße, an der Saarstraße am Neutor, am DINamare, neben dem Bürgerbüro in Hiesfeld sowie an der Stadtwerkeverwaltung Gerhard-Malina-Straße, wo das E-Fahrzeug des Versorgungsunternehmes und das der Stadt Dinslaken stationiert sind. In Planung befindet sich ein Standort am Altmarkt, wie Wolfgang Kammann, Pressesprecher der Stadtwerke Dinslaken, erklärte. Pro Station sind zwei Ladekabel vorhanden. Was die Parkproblematik angeht, ist der Versorger in Gesprächen mit der Kommune. Überlegt wird, ob durch spezielle Kennzeichnung auf dem Pflaster darauf hingewiesen werden soll, dass es sich um Aufladeplätze für E-Fahrzeuge handelt, nicht um normale Stellplätze.

(hsd)