Fortuna Düsseldorf: Auf dem Betzenberg ging alles los mit Trainer Reck

Fortuna Düsseldorf : Auf dem Betzenberg ging alles los mit Trainer Reck

Der Jahrzehnte gefürchtete Spielort in Kaiserslautern war Ausgangspunkt für die Erfolgsserie des Trainers mit der Fortuna. Am Samstag sind die Düsseldorfer als Zweiter beim Dritten zu Gast.

Der Betzenberg war gefürchtet. Von der Fortuna, die dort sportlich nie etwas geholt hat. Als sie im November 1976 durch ein Tor von Gerd Zewe in Führung lag, wurde die Begegnung wegen des Flaschenwurfs eines Zuschauers abgebrochen, aber immerhin am grünen Tisch mit 2:0 als Sieg gewertet. Aber der Betzenberg wurde auch von allen anderen Vereinen gefürchtet, selbst — man kann es kaum glauben — von Bayern München, das dort Geschichte schrieb. Wenige Monate vor dem ersten Europacupsieg führten die Bayern 4:1 und verloren noch 4:7. Es ist das einzige Mal, das eine Bundesligamannschaft mit drei Toren vorn lag und noch mit drei Tore Unterschied verlor.

Inzwischen ist der 1. FC Kaiserslautern aus der Bundesliga abgestiegen, und der Betzenberg hat seinen Schrecken verloren — auch für die Fortuna, die dort zuletzt sogar zweimal gewann. Der erste Sieg war ein gutes Omen, denn am Saisonende stieg die Mannschaft unter Trainer Norbert Meier in die Bundesliga auf. Der zweite Sieg in der Pfalz wirkt sogar bis heute nach.

Fortuna hatte sich im Vorjahr Anfang Dezember vom glücklosen Trainer Mike Büskens getrennt. Der bisherige Torwarttrainer Oliver Reck sprang ein und sorgte für eine faustdicke Überraschung. Er veränderte die Elf auf fünf Positionen, bescherte Tugrul Erat dessen Zweitligadebüt und vertraute Torjäger Jimmy Hoffer, der sich prompt mit dem Tor des Tages bedankte. Es folgten ein 3:1-Sieg in Cottbus und eine 2:3-Niederlage gegen den 1. FC Köln.

In der Winterpause entschied die Vereinsführung, Lorenz-Günther Köstner als Nachfolger von Büskens zu verpflichten. Die Entscheidung für Köstner war auch eine Entscheidung gegen Reck. Seine Enttäuschung ließ sich der ehemalige Nationaltorhüter jedoch nicht anmerken. "Ich arbeite gern für Fortuna und habe einen Vertrag als Torwarttrainer, den ich selbstverständlich erfülle", gab er sich professionell.

Natürlich konnte er zu dem Zeitpunkt nicht ahnen, dass Lorenz-Günther Köstner erkranken würde. Anfang April sprang Reck erneut als Interimstrainer ein. Aus den verbliebenen sechs Spielen holte er 16 von 18 möglichen Punkten bei 18:6 Toren. Mit dieser Erfolgsbilanz punktete er bei den Fans und zwang quasi den Vorstand, seine Meinung zu revidieren.

Reck, dem die Rolle des Cheftrainers im Winter noch nicht zugetraut worden war, wurde im Sommer dieses Amt übertragen. "Wir sind keine Prinzipienreiter, sondern überdenken unsere Entscheidungen, wenn es notwendig ist und korrigieren sie", erklärte der Vorstandsvorsitzende Dirk Kall.

Nach holprigem Start und ersten Zweifeln hat Oliver Reck die Fortuna wieder in die Spur gebracht und will morgen seine Erfolgsgeschichte fortschreiben, wo sie begann — auf dem Betzenberg.