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Duisburg: Schon ganz schön professionell

Duisburg : Schon ganz schön professionell

Die Rheinhauser Band "The Bonny Situation" hat jetzt in der Alten Feuerwache in Hochfeld ihr Debütalbum "Music for A&Rs" präsentiert. Dabei scheute das Quintett keine Kosten und Mühen.

Die Rheinhauser Band "The Bonny Situation" hat jetzt in der Alten Feuerwache in Hochfeld ihr Debütalbum "Music for A & Rs" präsentiert. Dabei scheute das Quintett keine Kosten und Mühen.

Junge Menschen stehen in einer langen Schlange vor dem Eingang der Alten Feuerwache in Hochfeld. Sicherheitsleute kontrollieren Rucksäcke, überprüfen Karten und winken die Konzertbesucher, die die Prozedur überstanden haben, hinein. Drinnen ist der Veranstaltungssaal gut gefüllt. Rund 600 Besucher wollen erleben, wie die Rheinhauser Band "The Bonny Situation" ihr Debütalbum "Music for A & Rs" präsentiert.

Elf Stücke sind auf dem Silberling, der professionell gestaltet daherkommt, gepresst worden. Aufgenommen und produziert hat das Album die Band selbst, wie sie in einem rund 30-minütigen Videofilm, der vor dem Konzert gezeigt wird, mitteilt. Beray Habip, Schlagzeuger der Band, berichtet da beispielsweise, wie schwer es war, "gleichzeitig auch als Produzent mit der Band zu arbeiten."

Im eigenen Heimstudio wurde drei Monate lang an den Stücken gefeilt. Denn die Band, die von ihren Anhängern, liebevoll "Die Bonnys" genannt wird, will mit ihrer CD die Zustände im, ihrer Meinung nach, talentverkennenden Musikgewerbe anprangern. "Selber machen" ist dabei ihr Lösungsansatz.

  • Sopranistin Alexandra von der Weth (r.)
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  • Eine Feuerwehrkelle (Symbolbild).
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  • Rainer Müller (rechts) im Gespräch mit
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Akustikversionen überzeugen

Genau so professionell, wie der Tonträger gestaltet ist, ist auch der folgende Auftritt. Bis ins letzte Detail durchchoreographiert lässt die Band nichts aus, was zum Rock-Habitus gehört: Harte Riffs, groovige Schlagzeugattacken und treibender Puls wird in verschiedenen Variationen dargeboten. Die Texte behandeln Liebeskummer, Wut, Enttäuschung und soziale Missstände. Dabei wird auch mal das Mikrofon in die mitklatschende Menge gehalten.

Und viele der Besucher können die Stücke mitsingen, die Sänger Benjamin Peters stimmlich gekonnt aneinanderreiht. Über allem schweben Synthesizerklänge, für die sich Patrick Schroer verantwortlich zeigt. Sein Bruder, sowie Alexander und Andreas Klees, werfen sich gegenseitig Gitarrenfragmente zu. Bassist Hendry Moto steht in der Mitte der Bühne, direkt neben einem von vier Lichtbatterien, die ein wenig Stadionatmosphäre vermitteln.

"My life is not a merchandise and it's not for sale", singt Peters. Frei übersetzt: Mein Leben ist kein Verkaufstand und auch nicht zu verkaufen." Draußen vor dem Veranstaltungssaal gibt es T-Shirts mit dem Bandlogo — in fünf verschiedenen Farben. Das Album kann erworben werden. Drinnen werden derzeit etwas ruhigere Töne angestimmt. Akustische Versionen der Rockstücke schmeicheln den Ohren der Konzertbesucher.

Alles in allem ein professioneller Auftritt. Die Lokalmatadore haben einen erkennbaren Schritt nach vorne gemacht. Gutes Material für das extra für diesen Abend eingeladene Filmteam, dass die Veranstaltung aufgezeichnet hat. In der Diskussion, ob in der Kunst Form oder Inhalt wichtiger sei, haben sich "The Bonny Situation" — so scheint es — noch nicht eindeutig entschieden.

(RP)