Duisburg : Babyboom in Duisburg

Deutlich mehr Babys als im Vorjahr kamen 2016 in Duisburger Kliniken zur Welt. Das deckt sich mit dem Trend, der auch in ganz NRW zu bemerken ist. Ein Grund sind Asylsuchende, aber auch die Duisburger bekommen wieder mehr Kinder.

In den Duisburger Kliniken wurden im vergangenen Jahr so viele Kinder geboren wie lange nicht mehr. Insgesamt wurden 2016 in allen Duisburger Krankenhäusern 4404 Geburten gezählt, 427 mehr als im Jahr zuvor mit 3977 Geburten. Das teilten die Sana-Kliniken nun auf Anfrage mit.

Der geburtenstärkste Monat im Helios war der Juli: In diesem Monat kamen in der Klinik 92 Kinder zur Welt, dicht gefolgt vom November mit 89 Babys. Foto: Helios

Die Sana-Kliniken liegen mit 1787 Neugeborenen auch an erster Stelle (215 Kinder mehr als im Jahr 2015), gefolgt von 1261 Babys, die 2016 im Bethesda-Krankenhaus geboren wurden (2015 waren es 1130 Geburten). Die Geburtshilfe der Helios St. Johannes Klinik begrüßte im vergangenen Jahr insgesamt 937 Babys - das macht auch hier einen deutlichen Anstieg zu 2015 mit 832 Geburten. Einmal gab es 2016 Drillinge im Helios, achtmal konnten sich Eltern über Zwillings-Nachwuchs freuen. Nur das Malteser-Krankenhaus verzeichnet einen leichten Geburtenrückgang im Vergleich zum Vorjahr, von 526 Kindern 2015 auf 519 in 2016. Darunter ist ein Zwillingspaar. In den Sana-Kliniken haben Hebammen und Ärzte in Duisburg werdende Eltern insgesamt 1690 Mal begleiteten; das bedeutet, dass unter den 1787 Babys 182 Zwillingsbabys (164 in 2015) und drei Drillingsgeburten (drei in 2015) waren. Somit wurde das Rekordergebnis des Vorjahres für Zwillingsgeburten ebenfalls übertroffen.

"Jede Geburt ist auch für uns ein besonderer Moment, und wir freuen uns gemeinsam mit den Eltern über die Babys", sagt Prof. Dr. Markus Schmidt, Chefarzt der Frauenheilkunde und Geburtshilfe. "Dass wir nach den erfreulichen Geburtenzahlen der letzten Jahre dabei die höchste Geburtenzahl in der Geschichte des Hauses nochmals übertreffen konnten, erfüllt uns mit besonderem Stolz für das entgegengebrachte Vertrauen und bestärkt uns in unserem Engagement."

Auch Sandra Grobelny, Oberärztin in der Frauen-Klinik des Bethesda-Krankenhauses, freut sich über den regen Zulauf und das entgegengebrachte Vertrauen der werdenden Mütter. Sie bemerkt, dass auch zunehmend Familien aus dem Umkreis, also aus Krefeld, Oberhausen, Essen, Düsseldorf und sogar Köln, zur Entbindung kämen. "Wir sind so ziemlich die einzigen, die in Beckenendlage auch natürlich entbinden", sagt die Oberärztin. Bei der Beckenendlage liegt das Kind im Mutterleib mit dem Kopf nach oben, statt nach unten, wie es meist der Fall ist. Der führende Teil ist der Steiß beziehungsweise die Beine des Kindes in verschiedenen Variationen. Grobelny: "Viele Kliniken entscheiden sich aus Sicherheitsgründen hierbei für einen Kaiserschnitt, aber einige Frauen möchten trotz der Lage ihres Kindes natürlich entbinden und kommen daher zu uns."

Auch Professor Schmidt von den Sana-Kliniken weiß um das Sicherheitsbedürfnis der werdenden Eltern und sieht dies als Grund für den großen Zulauf. "Eine Verbindung von harmonischer Geburt bei einer maximalen Sicherheit steht heute für viele Eltern bei der Auswahl ihrer Geburtsklinik im Vordergrund. Und dies bieten wir mit unserem Perinatalzentrum, der Verbindung von Geburtshilfe und Kinderklinik", erklärt der Chefarzt. Die Kinderklinik unter der Leitung von Prof. Dr. Thorsten Rosenbaum versorgt jährlich etwa 350 Frühgeborene. Auch im Helios gibt es ein Perinatalzentrum, wo sich Ärzte der Geburtshilfe und der Kinderklinik gemeinsam um Frühchen und solche Neugeborene kümmern, die in ihren ersten Tagen streng überwacht oder operiert werden müssen.

Die steigende Geburtenrate führt Bethesada-Oberärztin Grobelny auch auf die vielen Asylsuchenden zurück. "Unsere neuen Mitbewohner aus den arabischen Ländern bekommen viele Kinder, das macht sich schon bemerkbar", sagt sie. Und das in ganz NRW. Im Land gab es in 2016 etwa 169.000 Geburten, das sind rund 11.000 mehr als in 2015. Duisburg liegt also mit seinen steigenden Zahlen im Landestrend.

(RP)
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