Düsseldorf: Drei Schweizer Autorinnen konkurrieren um einen Buchpreis

Düsseldorf: Drei Schweizer Autorinnen konkurrieren um einen Buchpreis

Sie sind drei Frauen, sie haben Kinder, und sie alle sind für den Schweizer Buchpreis 2015 nominiert. Ansonsten präsentierten sich mit Dana Grigorcea, Ruth Schweikert und Monique Schwitter ganz eigene und eigenwillige Stimmen in der Buchhandlung Müller & Böhm.

Sie sind drei Frauen, sie haben Kinder, und sie alle sind für den Schweizer Buchpreis 2015 nominiert. Ansonsten präsentierten sich mit Dana Grigorcea, Ruth Schweikert und Monique Schwitter ganz eigene und eigenwillige Stimmen in der Buchhandlung Müller & Böhm.

Ach, eines noch vereinte sie: Sie sehen einander nicht als Konkurrentinnen, auch wenn sie zugaben, dass so ein Preis gleich eine höhere Startauflage mit sich bringt. In ihren Beiträgen und im Gespräch zeigen sich die interessanten Seiten einer solchen Trio-Lesung.

Ganz deutlich treten die verschiedenen Temperamente hervor. Grigorceas "Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit" ist von beschwingtem Grundton, sie jongliert mit Worten, wenn sie ihre Heimatstadt Bukarest zum Hintergrund der Geschichte eines Bankraubs in Zürich macht. Schweikert ist die Souveräne, bei der Lesetour der drei übernimmt sie wahrscheinlich die Rolle der Fremdenführerin. In ihrem Roman "Wie wir älter werden" passiert so viel, dass sich ein Kritiker an die Geschichten aus "Tausendundeine Nacht" erinnert fühlte. Und Moderator und RP-Redakteur Lothar Schröder baute den Vergleich noch aus: Ähnele nicht fast jedes Erzählen dem der Scheherazade, die mit ihren Geschichten die Zeit zurückdrängt?

Damit fand er die Zustimmung von Monique Schwitter, die mit "Eins im Anderen" auch noch für den Deutschen Buchpreis nominiert ist. Hier lässt sie einen Reigen verflossener Liebhaber auftreten, setzt schnoddrigen Humor neben Verletzlichkeit. Und vorlesen kann das Multitalent Monique Schwitter auch, sie ist Schriftstellerin, Schauspielerin, hat zudem literarische Salons und Literaturmagazine betrieben.

Und auch wenn man dem Musiker Nick Cave zustimmt ("Meine Muse ist kein Rennpferd"), so würde man bei den Preisen wahrscheinlich auf Monique Schwitter setzen. Immerhin ist sie ja zweimal im Rennen.

(RP)
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