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Düsseldorf: Schadowstraße wird zur Flanier-Lounge

Neugestaltung Düsseldorfer Innenstadt : Schadowstraße wird zur Flanier-Lounge

Eine Fußgängerzone mit einem klar abgegrenzten Radweg in der Mitte, reichlich Platz zum Flanieren entlang der Schaufenster und Entspannen auf modern designten Sitzmöbeln, in Gruppen und nicht als Allee gepflanzte Bäume, dazu Gastronomie aus Foodtrucks – so soll die Schadowstraße in Düsseldorfs Innenstadt gestaltet werden, wenn in zwei bis drei Jahren das "Ingenhoven-Tal" am Gründgens-Platz fertig ist.

Eine Fußgängerzone mit einem klar abgegrenzten Radweg in der Mitte, reichlich Platz zum Flanieren entlang der Schaufenster und Entspannen auf modern designten Sitzmöbeln, in Gruppen und nicht als Allee gepflanzte Bäume, dazu Gastronomie aus Foodtrucks — so soll die Schadowstraße in Düsseldorfs Innenstadt gestaltet werden, wenn in zwei bis drei Jahren das "Ingenhoven-Tal" am Gründgens-Platz fertig ist.

Die 18-köpfige Jury, darunter elf stimmberechtigte Mitglieder, unter Vorsitz der Architektin und Stadtplanerin Christa Reicher war am Vorabend bei der Präsentation der Entwürfe dabei. Die Anregungen der Bürger seien in die Entscheidungsfindung eingeflossen, sagt Reicher. "Es ist die überzeugendste und angemessenste Lösung, sie hat eine eigene Qualität im Sinne eines Unikats." Die Zonierung sei durch die unterschiedlichen Bodenbeläge klar, aber nicht zu abgrenzend. Der Platz vor Karstadt öffne sich gut zum Wehrhahn. Die Aufenthaltsqualität sei hoch, die Bäume (Weißeschen und Gledizien) seien abwechslungsreich angeordnet.

 Der Entwurf von oben: Der Bereich der Schadowstraße, der neu gestaltet werden soll, liegt zwischen Schauspielhaus (1), "Ingenhoven-Tal" (2) und Karstadt (3).
Der Entwurf von oben: Der Bereich der Schadowstraße, der neu gestaltet werden soll, liegt zwischen Schauspielhaus (1), "Ingenhoven-Tal" (2) und Karstadt (3). Foto: Bruun & Möllers
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Dass die Straße bis auf den Lieferverkehr frei von Autos sein soll, war eine Vorgabe, ebenso ein Radweg. Der stößt bei Bürgern auf die größte Kritik. "Dieser Entwurf hat aber vor diesem Hintergrund die beste Antwort gegeben", sagt Reicher. Denn sowohl farblich als auch vom Material her sei die Radtrasse in der Mitte klar erkennbar abgegrenzt. Er ist 50 Zentimeter breiter angelegt als gefordert, deshalb können sich zu Lieferzeiten Fahrzeuge und Fahrradfahrer die Fläche teilen.

"Der Entwurf bietet eine clevere Lösung", sagt auch Jury-Mitglied Johanna Groeneweg-de Kroon. Die Geschäftsführerin des Kaufhofs am Wehrhahn und Sprecherin des City-Rings Schadowstraße, hatte den geplanten Radweg in der Fußgängerzone lange kritisiert - obwohl sie aus dem fahrradfreundlichen Holland stammt. Sie lobt, dass der Radweg Steinplatten und die Aufenthaltsfläche Asphalt als Bodenbelag hat: "Normalerweise ist es umgekehrt, das nimmt aber als psychologischer Effekt Tempo raus."

Groeneweg-de Kroon ist aus drei Gründen sehr zufrieden mit der Entscheidung: Der Entwurf ermuntere die Kunden, sich von einer zur anderen Seite der Einkaufsstraße zu bewegen, zudem sei der Platz vor Karstadt nicht der Endpunkt der Flanierzone, sondern der Weg werde weitergeführt zum Wehrhahn. Noch offen ist, ob der Boden des Aufenthaltsbereichs so dunkel wie im Entwurf bleibt, sagt Verkehrsdezernent Stephan Keller. Zunächst wird es auch nicht die vorgesehenen Gastro-Pavillons geben, sondern mobile Foodtrucks, um auszuloten, ob und wo Standorte Sinn machen. Bedenken gibt es bei Bürgern wegen der gelben Lounge-Sitzmöbel, die für ältere Menschen als nicht geeignet gesehen werden. "Sie sind ein prägendes gestaltendes Element", sagt Keller, "aber können sicher seniorengerecht umgestaltet werden".

Der Sieg ist mit 15.000 Euro dotiert, 7500 Euro gehen als Anerkennung für ihren Entwurf an die WES GmbH Landschaftsarchitektur.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So könnte die Schadowstraße in Zukunft aussehen

(dr)