Duisburg: LebensWert hilft Bedürftigen

Duisburg: LebensWert hilft Bedürftigen

"Oft fehlt einfach nur eine praktische Hilfestellung", sagt Pater Tobias, der das Projekt vor zehn Jahren gegründet hat.

"Rat und Tat für Bedürftige" - hinter diesem Slogan verbergen sich Herausforderungen und Schicksale. Aufgrund fehlender Unterstützung durch eigene Familien, den Sozialstaat oder anderer Hilfsorganisationen, kommen jeden Tag immer mehr Menschen zu den Sozialarbeitern ins Beratungsbüro vom Projekt LebensWert und suchen Hilfe bei ihren Problemen. "Oft fehlt einfach nur eine praktische Hilfestellung, die es den Menschen wieder ermöglicht, ein menschenwürdiges Leben mitten unter uns zu führen", sagt Pater Tobias, der das Projekt LebensWert gegründet hat.

Viele Menschen, gerade bei den Rentnern, macht zur Zeit die Kälte zu schaffen. Stromrechnungen können nicht mehr bezahlt werden, das Geld ist bereits Mitte des Monats verbraucht. Für kleines Geld gehen sie ins Sozial-Cafe "Offener Treff" und erhalten hier eine warme und frische Mahlzeit in einer schönen Atmosphäre. Obdachlose müssen gar nichts bezahlen. Aber auch viele Krankheiten machen den bedürftigen und alten Menschen zu schaffen.

Wie bei Frau A., 60 Jahre. Sie leidet seit Jahren unter Osteoporose und als Folge dessen auch unter Depressionen. Sie bekommt eine sehr kleine Rente. Von LebensWert erhält sie eine Aufstockung zur Absicherung ihres Lebensunterhaltes. Dies reicht aber nicht aus, um nach einem Umzug vor einem Jahr, die Möbel aufbauen zu lassen und die Umzugskartons auszuräumen. Frau A. kann aufgrund ihrer Krankheit nicht schwer heben. Familie und Freunde sind nicht greifbar. Das führt dazu, dass sie seit einem Jahr zwischen Umzugskartons und Möbelteilen "lebt". Hier sucht das Projekt LebensWert jemanden, der entweder gezielt selber mit anfasst oder die Kosten für den Aufbau der Möbel und die Grundeinrichtung übernimmt.

Aber es gibt auch Positives zu berichten: Wie bei Herrn P., 58, der Anfang 2015 um Hilfe bat. Nach einer Trennung war er psychisch so angeschlagen, dass der ehemals selbständige Vermessungsingenieur arbeitsunfähig war. Er hauste in einer Baustelle im Renovierungsstau ohne Strom und Heizung. Blanker Estrich, kaum nutzbares WC und Küche ließen die Worte "wohnen" und "leben" nicht zu. Herr P. hatte eine Matratze, einen Tisch und einen Stuhl. Ein Kühlschrank, ein 2-Platten Herd sowie ein Heizstrahler wurden mit Strom über einen Nachbarn mittels Verlängerungskabel versorgt. Vom Sozialamt bekam er keinerlei Leistungen zum Lebensunterhalt. Auf Initiative des Projekts LebensWert hin wurde Herr P. vom medizinischen Dienst der Krankenversicherung für ein halbes Jahr als arbeitsunfähig eingestuft, so dass nun das Sozialamt zuständig war. Antrag beim Sozialamt, Wiederaufnahme der Krankenversicherung und Wohnungssuche wurden durch unsere Sozialarbeiter in die Wege geleitet.

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In der Zeit, in der Herr P. ohne jedes Einkommen war, konnte er im Sozial-Café "Offener Treff mit Herz" kostenlos frühstücken und zu Mittag essen. Heute hat Herr P. wieder eine Arbeit und kommt hin und wieder vorbei, um unterstützt nun selber das Projekt LebensWert. "Wir beobachten dabei, dass es so gut wie keine Hilfsorganisationen gibt, die derartige individuelle und persönliche Hilfestellungen leisten können, denn sie kostet Zeit und Geld", so Pater Tobias, der das Projekt LebensWert seit neun Jahren leitet. Um mit Bedürftigen den Weg in ein wirklich menschenwürdiges Leben zu finden, ist finanzielle Unterstützung notwendig.

Als gemeinnützige GmbH erhält LebensWert keine öffentlichen Zuschüsse und finanziert sich nur durch Spenden.

Spendenkonto: Bank im Bistum Essen, Kto 10 766 036, Blz 360 602 95

BIC: GENODED1BBE und IBAN: DE34360602950010766036 . Vom Finanzamt Duisburg-Hamborn als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt, anerkannter Träger der freien Jugendhilfe gem. §75 KJHG (SGB VIII). Das Beratungsbüro befindet sich an der Holtener Str. 172 in Neumühl, Tel. 0203/54472600. Info unter www.pater-tobias.de

(RP)