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Stadtmitte: Absurdes Theater im Museum

Stadtmitte : Absurdes Theater im Museum

Leichte Unterhaltung sind die Geschichten von Harold Pinter nicht gerade. Seine Figuren geben nur wenig von sich preis, andere sprechen gar nicht. Viele von Pinters Erzählungen sind nicht leicht zu verstehen und zeigen Bedrohungen, die sich dem Zuschauer auch nach Ende des Stücks häufig nicht erschließen. Damit gehören die Werke des 1930 in London geborenen Dramatikers zum sogenannten "absurden Theater". Dieser Theaterstil unterscheidet sich von klassischen Bühnengeschichten, indem es sich von Einheit "Zeit, Handlung und Ort" löst.

Das Ensemble von "Theaterlabor Traumgesicht" hat Pinters Geschichte "Ein leichter Schmerz" aus dem Jahr 1958 inszeniert und präsentiert sie Freitag und Samstag nächster Woche auf der Studiobühne im Theatermuseum.

Stummer Mann verwirrt Ehepaar

Die Story: Die Eheleute Flora und Edward beobachten von ihrer Wohnung aus beunruhigt einen alten Mann, der schon längere Zeit hinter ihrem Haus steht. Flora und Edward fragen sich, wer er ist und was er möchte. Der Regen hat die Streichhölzer, die er offenbar verkaufen will, längst aufgeweicht. Das Paar bittet ihn schließlich, in ihr Haus zu kommen, um mit ihm zu sprechen. Aber der Mann bleibt stumm. Wie werden Flora und Edward auf den Fremden reagieren?

Für die Aufführungen hat sich das Schauspieler-Team etwas Besonderes ausgedacht. Es spielt "Ein leichter Schmerz" nicht einfach, während sich das Publikum entspannt zurücklehnt und zusieht. Die "Traumgesicht"-Mitglieder drücken den Zuschauern nach der Aufführung einen Fragebogen in die Hand. "Wir möchten von den Besuchern wissen, ob das, was uns bei den Proben antrieb, bei ihnen angekommen ist", sagt Gianni Sarto, der künstlerische Leiter des Ensembles. Die Antworten verwendet das Ensemble, um seine Arbeit zu verbessern.

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Bereits im April spielte die Gruppe das Pinter-Stück und befragte die Zuschauer. Diese gaben lobende Antworten wie "Eine sehr prägnante und eindrucksvolle Spielart" und "Die Inszenierung wurde mit wenigen Mitteln auf den Punkt gebracht." Auch Kritik musste das Team hinnehmen. "Langatmig" schrieb ein Zuschauer. "Eine emotionslose Symbolik, die ich nicht verstanden habe", bemerkte ein anderer. Das Ensemble reagierte auf diese Notizen der Zuschauer. "Die Aufführungen heute und morgen haben wir durch einige Szenen erweitert", sagt Sarto. Vor allem die Rolle der Flora sei verändert worden. "Es ist nun eine erneuerte Interpretation dieses in seiner Aussage wohl unerschöpflichen Theaterstücks", sagt Wolfgang Keuter, der die Regie bei "Ein leichter Schmerz" führt.

Für Sarto ist es der Streichholzverkäufer, um den sich die Aussage von "Ein leichter Schmerz" dreht. "Flora und Edward sind ganz alltägliche Menschen, in deren Leben jemand Fremdes getreten ist", sagt er. Der wortlose Mann reiße Flora und Edward aus ihrer Routine. "Das Schweigen des Mannes verleitet das Ehepaar zu Lebensbeichten. Sie sagen dem wortlosen Mann Dinge, die sie eher zueinander sagen sollten." Daher habe der Besuch des Mannes ungeahnte Folgen für Flora und Edward. "Und für die Zuschauer", betont Sarto. "Denn die Aussage des Stückes betrifft uns alle. Wir müssen in unserem Alltag permanent auf Fremdes reagieren."

Karten für die Aufführungen Freitag (22. Juni) und Samstag (23. Juni) von Pinters "Ein leichter Schmerz" im Theatermuseum an der Jägerhofstraße 1 kosten zwischen 7,50 und 15 Euro. Die Hauptrollen spielen Robert Zandstra, Hans Fellhauer und Christa Brunhuber. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Eine weitere Vorstellung gibt es am Samstag, 28. Juli.

(lod)