So erreichen Sie Ihre Ziele: Tu es - oder lass es ganz!

So erreichen Sie Ihre Ziele: Tu es - oder lass es ganz!

Ohne Motivation geht's nicht. Wer etwas will, der schafft es auch. Dass an diesen vermeintlich abgegriffenen Phrasen wirklich etwas dran ist, erklärt Experte Dirk Schmidt. Sein Konzept ist dabei so simpel wie radikal.

Montagmorgen, der Wecker klingelt. Laune: Mäßig. Motivation: gleich null. Wer sich bereits beim Aufwachen so fühlt, als müsse er nicht ins Büro, sondern zu einer schmerzhaften Sitzung beim Zahnarzt, bei dem läuft etwas falsch. Für den Motivationstrainer Dirk Schmidt gibt es nur eine Konsequenz: "Ich muss eine Entscheidung treffen." Sei man mit seinem aktuellen Job nicht glücklich, müsse man sich eben etwas anderes suchen - das meint Schmidt so rigoros, wie es klingt. Unüberwindbare Hindernisse gibt es für ihn nicht. "Die, die wollen, finden Wege, und die nicht wollen, finden Gründe", sagt der Trainer aus Düsseldorf.

Das Buch "Wenn Sie wüssten, was Sie können" gibt es für 19,95 Euro zu kaufen. Foto: Dirk Schmidt

Ohne Wille und Ziel kein Erfolg

Der Wille, ein Ziel zu erreichen - für Schmidt ist das der Schlüssel zum Erfolg. "Es ist nicht eine Frage des Könnens, sondern des Wollens", antwortet er, wenn man ihn fragt, wie man eine Herausforderung bewältigen soll. Sätze wie solche kennt der Motivationsexperte viele. Als Redner bei Veranstaltungen betet er sie wie ein Mantra herunter, auch in seinen Büchern findet man sie zuhauf. Die Idee dahinter: Empfindet jemand keine Begeisterung für das, was er tut, will er es nicht wirklich, kann er somit auch nicht motiviert und erfolgreich damit sein.

Dabei ist Motivation unverzichtbar. "Es ist der Antrieb, Dinge umzusetzen. Ohne passiert nichts im Leben", erklärt Schmidt. Wer immer antriebslos ist, sollte sein Leben hinterfragen. "Eine entscheidende Frage ist: Macht mir mein Job Spaß? Kann ich meine Begabungen einsetzen? Oder gehe ich da morgens mit Bauchschmerzen hin? Wenn ich etwas mache, was ich gut kann und dabei auch Spaß habe, kommt die Motivation von alleine."

Nicht nur in grundsätzlichen Fragen wie der Berufswahl geht es um Motivation. Auch im Alltag gibt es sie, die Motivationstiefs: Selbst im vermeintlichen Traumjob stehen ungeliebte Aufgaben an, und mit dem ersten Marathon klappt es nicht ohne viel Training. "Tun Sie die Dinge - oder lassen Sie es", sagt der Motivationstrainer dazu. Wer ein Ziel hat, müsse nun mal entscheiden: Bleibe ich im Bett liegen oder gehe ich laufen, damit ich besser werde? Erledige ich das jetzt oder schiebe ich es an einen Kollegen ab, und komme damit in meinem Job nie weiter?

Tipps gegen Motivationstiefs

Die eine Strategie, um den inneren Schweinehund zu überwinden, gibt es laut Schmidt nicht. Es gibt dennoch einige Dinge, die man beachten kann, damit aus dem Wunsch Realität wird. Reagieren Freunde auf Träume kritisch, sollte man seine Vorhaben erstmal für sich behalten - und das Umfeld überraschen, wenn man es doch geschafft hat. Beim Montagmorgen-Tief hilft es, sich auf schöne Dinge zu fokussieren: Was steht heute an, sehe ich meinen Lieblingskollegen in der Mittagspause? Bei Zweifeln ruhig mal positiv mit sich reden: Ich glaube an mich, ich schaffe das!

  • Experten-Interview : Die sieben wichtigsten Regeln für gesundes Arbeiten

Steht man vor einer Herausforderung, die scheinbar nicht zu bewältigen ist, hilft es, sie in kleine Etappenziele zu zerlegen. "Das Große, das ist meist weit weg, und demotivierend. Ist zum Beispiel mein Postfach nach dem Urlaub voll, hilft es, die Mails über die nächsten Tage zu verteilen und nicht alles auf einmal in Angriff zu nehmen. So bekommt man das Gefühl: Ja, das könntest du schaffen!", erklärt der Motivationstrainer.

Zu einem Selbstläufer werde der Sieg über Motivationstiefs nie. Aber habe man es einmal geschafft, sich vom Sofa aufzuraffen und laufen zu gehen, könne man sich beim nächsten Mal auf dieses Erfolgserlebnis besinnen, und schon gehe es einfacher. So kommt man, laut Schmidt, seinem Ziel Stück für Stück näher.

Übermotivation kann schädlich sein

Aber für den Motivationstrainer gibt es auch zu viel des Guten. "Achten Sie darauf, dass Ihre Ziele realistisch sind", warnt Schmidt. Nimmt man sich zu viel in zu kurzer Zeit vor, hilft auch die größte Willenskraft nicht weiter und am Ende wartet Frust statt Freude.

Von einem Ziel zum nächsten zu jagen, sei ebenfalls nicht empfehlenswert. "Ich berate auch Leistungssportler", erzählt Schmidt, "nehmen die sich zu viel vor, entstehen Verletzungen. Daher braucht man einen Gegenpol zur Motivation. Man muss sich auch mal einen Ausgleich schaffen, mal nichts tun, die Seele baumeln lassen." Das sehe für jeden anders aus: "Spazieren, Klavier spielen, eine Yogastunde oder ein Besuch bei der Kosmetikerin - egal was. Hauptsache, es bedeutet Ruhe für mich. Dadurch tanke ich meine Motivation wieder auf."

Ist es nicht nur fehlende Motivation, sondern sogar Angst, die einen vor der Verwirklichung eines Wunsches zurückschrecken lässt, kommt der Motivationstrainer wieder zu seinem radikalen Ansatz zurück: Entweder man überwindet seine Ängste und Zweifel - oder man lässt es bleiben. "Auch dabei gibt es keinen Versuch, man muss es einfach tun. Wenn es nicht klappt, dann probiert man halt einen anderen Weg aus. Die Dinge entwickeln sich im Tun, und Scheitern gehört dazu", betont er.

Mehr von RP ONLINE