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Foto-Projekt aus Hückelhoven: Die Vielfalt der Maske

Foto-Projekt aus Hückelhoven : Die Vielfalt der Maske

Die Hückelhovener Fotografin Kristina Schorn hat Menschen mit und ohne Maske fotografiert. Die kreativen Ergebnisse des Projekts sind nun auf ihrer Webseite zu sehen.

Die Pandemie macht erfinderisch. Besonders in der Kunstbranche sind kreative Lösungen gefragt, mit dem Coronavirus umzugehen. Kreativ wurden im vergangenen Jahr auch die Bürger, als es zur Pflicht wurde, im öffentlichen Personennahverkehr, in Geschäften und teils auch an anderen Orten, Masken zu tragen. Das wiederum hat die Hückelhovener Fotografin Kristina Schorn dazu veranlasst, diese Situation für sich zu nutzen und daraus ein Fotoprojekt zu gestalten.

Aufgrund von Materialengpässen und Lieferschwierigkeiten hätten viele Menschen selbst Masken entworfen und genäht, auch die Industrie sei aktiv geworden und habe individuelle, wiederverwendbare Masken angefertigt, sagt die Fotografin. So konnten die Menschen durch das Tragen der Maske ihre Stimmung und ihren persönlichen Stil ausdrücken. „Dieses in Deutschland bislang einzigartige Phänomen des Maskierens habe ich zum Anlass genommen, eine zeitdokumentarische Fotoserie unter dem Arbeitstitel ‚Maskerade 1.5’ anzufertigen“, sagt Schorn. Sie wollte auch dokumentieren, wie die Menschen das aufnehmen, was das mit der Gesellschaft mache, betont sie.

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Von September bis Dezember 2020 fotografierte sie dazu aus 1,5 Metern Entfernung Menschen mit und ohne Maske. Die Fotos wurden anschließend direkt gegenüber gestellt. „Dabei soll dem Betrachter präsentiert werden, wie vielfältig und kreativ die Personen mit dem Thema umgehen, mit welcher Attitüde sie die Masken tragen und wie sich ihr Ausdruck und ihr Wesen optisch verändert“, beschreibt die Künstlerin ihr Projekt.

 Der Fokus liege eindeutig mehr auf den Augen, da diese der einzige Weg zur nonverbalen Kommunikation seien. „Man sieht genau, ob jemand hinter der Maske lächelt oder ein eher ernstes Gesicht macht“, sagt sie. Die Augen verraten es. „Ich hatte gedacht, dass wir uns wieder mehr in die Augen schauen.“

Für ihr Projekt hatte Kristina Schorn über die sozialen Medien nach Menschen gesucht, die sich an der Aktion beteiligen wollen. Die Bereitschaft sei groß gewesen, berichtet die Hückelhovenerin. Die Teilnehmer hätten während der Shootings viel Freude gehabt. Landrat Stephan Pusch und Bürgermeister Bernd Jansen hatte Kristina Schorn aber direkt angesprochen und gefragt, ob sie mitmachen wollen. Zu sehen bekamen die Fotomodels die Ergebnisse allerdings lange Zeit nicht. Ursprünglich war geplant, daraus eine Ausstellung zu gestalten. Weil dies auf absehbare Zeit aber nicht im Bereich des Möglichen scheint, hat sich die Fotografin dazu entschlossen, die Resultate auf ihrer Webseite zu veröffentlichen.

Es sei spannend gewesen zu sehen, wie kreativ manche Menschen sind. Von der Liebe zum Fußballverein oder zur Lieblingsband bis hin zu lustigen und mutmachenden Sprüchen wie „Wat mutt, dat mutt“ oder „Goodbye Corona“ war vieles dabei. Und: „Mit Maske sehen sich Geschwister viel ähnlicher als ohne. Man sieht, dass sie oft die gleichen Augen haben“, sagt Schorn.

Die Fotos können auf der Seite www.kristinaschorn.com unter dem Reiter „Fotoprojekt: Maskerade 1.5“ angeguckt werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Vielfalt der Maske