Zweimal stürzte die Boeing 737 Max ab, der deutsche Neustart soll in Düsseldorf sein.

Neustart der 737 Max auch in Deutschland : Tui holt Unglücksjet für Neustart nach Düsseldorf

Der Tourismuskonzern Tui rechnet damit, dass Flugzeuge des wegen zwei Abstürzen stillgelegten Typs Boeing 737 Max ab Frühjahr 2020 wieder starten dürfen. Den ersten der weit fliegenden Jets in Deutschland wird die Konzerntochter Tuifly in Düsseldorf stationieren.

Das erklärte Oliver Lackmann, Geschäftsführer von Tuifly, vor Journalisten. Der ausgebildete Pilot sagte, er vertraue den Aufsichtsbehörden, dass sie den Jet nur freigeben, wenn alle Mängel beseitigt sind. Er werde die Maschine sogar selber fliegen, wenn sie aus den USA nach Deutschland überführt wird. Tui habe außerhalb Deutschlands eine Reihe an Boeing 737 Max bis zum Startverbot im März geflogen und habe keinerlei Probleme gehabt. Er sagte, die Passagiere würden am Flugplan erkennen können, ob für ihre Reise eine 737 Max vorgesehen ist. Als ein Ziel sind die 5000 Kilometer entfernten Kapverdischen Inseln vorgesehen.

Lackmann ergänzte, weit entfernt liegende Ferienziele lägen grundsätzlich im Trend. Tui würde aktuell wieder deutlich mehr Reisende in die Türkei bringen, die Kanaren seien im Winter sehr begehrt. Zudem kündigte der Konzern an, ab Sommer 2020 pro Woche dreimal einen Eurowings-Langstreckenjet zu chartern, um Passagiere von Düsseldorf in die Dominikanische Republik zu fliegen. Insider halten es für denkbar, dass Tui künftig sogar eigene Langstreckenjets in der NRW-Hauptstadt stationiert. Das wären dann Dreamliner von Boeing, die pro Passagier auf 100 Kilometern nur rund 2,7 Liter an Kerosin verbrauchen.

TUI erklärte bei dem Pressegespräch außerdem, nächstes Jahr mit 500.000 zusätzlichen Kunden aus Deutschland zu rechnen, die sonst mit der insolventen Thomas Cook gereist wären. Man habe viele frühere Thomas-Cook-Hotels unter Vertrag genommen, sagte Stefan Baumert, Geschäftsführer der Tui Deutschland.

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