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Nikosia: Zyperns Sparer werden noch stärker zur Kasse gebeten

Nikosia : Zyperns Sparer werden noch stärker zur Kasse gebeten

Besitzer großer Vermögen müssen 60 Prozent abgeben

Das Aus für Zypern als Anleger-Paradies ist besiegelt. Die Notenbank des gerade erst vor der Pleite geretteten Euro-Landes ordnete am Wochenende noch höhere Verluste für vermögende Bank-Kunden an, als ohnehin schon erwartet worden waren. Kunden des Branchenprimus Bank of Cyprus mit Guthaben von mehr als 100 000 Euro müssen demnach mit einem Sanierungsbeitrag von rund 60 Prozent rechnen. Weil sich die Rezession in Zypern noch verschärfen dürfte, geht die Regierung von Präsident Nikos Anastasiades ungewöhnliche Wege.

So sollen Kasinos öffnen dürfen, um an höhere Steuereinnahmen zu kommen – ein Plan, der bislang stets am Widerstand der einflussreichen orthodoxen Kirche scheiterte. Glücksspiel ist derzeit nur im türkischen Teil der Insel verbreitet. Die Belastung reicher Sparer ist in der Euro-Schuldenkrise ein Novum. Bislang war aber nur ein Abschlag von 30 bis 40 Prozent erwartet worden. Die Beteiligung von Vermögenden war in den zähen Verhandlungen zur Stabilisierung des Landes die Gegenleistung für die zehn Milliarden Euro umfassenden Hilfen von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF).

Zunächst war sogar eine Zwangsabgabe auf alle Einlagen im Gespräch gewesen. Gegen diese Pläne gab es aber heftigen Widerstand.

(rtr)