Zulieferer Brose streicht 200 Stellen in Wuppertal

Automobilzulieferer : Brose baut 2000 Jobs ab, auch Wuppertal betroffen

Der fränkische Autozulieferer Brose will in Deutschland rund 2000 Arbeitsplätze bis Ende 2022 abbauen. In Wuppertal soll die Fertigung von Schließsystemen aufgegeben werden, wie Brose mitteilte.

Betroffen sind zudem Produktionsstandorte in Bamberg, Hallstadt, Coburg, Würzburg und Berlin. Dort sollen 600 Stellen entfallen. Die restlichen Streichungen betreffen die Verwaltungen in Bamberg, Hallstadt, Coburg und Würzburg. Weltweit hat die Gruppe insgesamt 25.000 Mitarbeiter.

Der globale Wettbewerb zwinge Brose zur Verlagerung von Arbeit in Niedriglohnländern, erklärte Kurt Sauernheimer, Vorsitzender der Geschäftsführung. „Wir wollen die die Qualität verbessern und Kosten im mittleren dreistelligen Millionenbereich senken, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.“

Der Wuppertaler Ableger Brose Schließsysteme war ursprünglich eine Tochter des Technologiekonzerns Bosch. Die heutige Thyssenkrupp-Chefin und damalige Bosch-Managerin, Martina Merz, war beim Verkauf an die Borse-Gruppe Anfang der 2000er-Jahre mit gewechselt, hatte dann das Unternehmen mit schmerzhaften Einschnitten auf Effizienz getrimmt. 2004 war sie dafür von der Wirtschaftsförderung der Stadt Wuppertal ausgezeichnet worden.

„Der Wandel der Automobilindustrie, ein rückläufiger Markt – insbesondere in China –, globaler Preisdruck, aber auch interne Ursachen beeinträchtigen die Geschäftsentwicklung bei Brose“, heißt es in einer Mitteilung der Gruppe. Als weitere Gründe nannte Brose die „einseitige Klimadebatte zulasten der Kfz-Industrie“ und damit verbundene Unsicherheiten in der Branche, aber auch steigende Personal- und Arbeitskosten.

Zum Stellenabbau gesellen sich weitere flankierende Maßnahmen. So soll die Anzahl der Auszubildenden werde zudem ab kommendem Jahr um zehn Prozent gesenkt werden. Betriebsbedingte Kündigungen sollen „weitgehend“ vermieden werden.

Die Belegschaft wurde von der Ankündigung kalt erwischt. Nach Informationen unserer Redaktion geht diese nicht von einer kompletten Schließung des Standortes Wuppertal aus. So solle etwa die Entwicklung mit rund 250 Beschäftigten bleiben. Es gebe noch eine Reihe von Unklarheiten, die nun aber zwischen Betriebsrat, der IG Metall und dem Management vor Ort geklärt werden müssten, hieß es. (mit dpa)