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Köln: Zu klein für Piloten-Job: Frau verliert vor Arbeitsgericht

Köln : Zu klein für Piloten-Job: Frau verliert vor Arbeitsgericht

Die Festlegung einer Mindestgröße von 1,65 Meter für Pilotinnen ist einem Urteil des Arbeitsgerichts Köln zufolge zwar diskriminierend. Das Gericht wies die Entschädigungsklage einer jungen Frau gegen die Lufthansa aber trotzdem ab. Da die Mindestgröße tarifrechtlich geregelt sei, habe die Fluggesellschaft als Arbeitgeber nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt, stellten die Richter fest. Eine ausführliche Begründung geben die Richter erst später in der schriftlichen Entscheidung. Gegen das Urteil (Aktenzeichen 15 Ca 3879/13) ist Berufung zugelassen.

Da Männer im Schnitt größer seien, seien weitaus mehr Frauen wegen der Mindestgröße von der Pilotenausbildung ausgeschlossen, hatte der Vorsitzende Richter in der Verhandlung eingeräumt. Die Klägerin war für die Ausbildung 3,5 Zentimeter zu klein. Sie hatte deshalb 135 000 Euro Entschädigung gefordert – wegen der entgangenen beruflichen Chancen nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz.

Auf einen vom Richter vorgeschlagenen Vergleich wäre die verhinderte Pilotin eingegangen. Gegen eine Zahlung von 10 000 Euro wäre das Verfahren dann beendet worden. Das Gericht hätte in diesem Fall nicht über den Vorwurf der Diskriminierung entschieden. Die Lufthansa hatte einen Vergleich aber abgelehnt. Damit wäre kein Rechtsfrieden geschaffen, so die Begründung der Fluggesellschaft.

(dpa)