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Köln: Zachert bringt Lanxess wieder auf Kurs

Köln : Zachert bringt Lanxess wieder auf Kurs

Lanxess-Chef Matthias Zachert bringt den Kölner Chemiekonzern zusehends wieder auf die Erfolgsspur. Nach einem kräftigen Ergebnisanstieg im zweiten Quartal erhöhte er gestern erneut die Ziele für das Gesamtjahr. Allerdings ist eine Trendwende für das kriselnde Geschäft mit Kautschuk noch nicht in Sicht: "In diesem Bereich sind wir noch nicht durch das Tal der Tränen, es wird sicherlich hier in den nächsten zwei bis drei Jahren immer noch herausfordernd sein", sagte Zachert. "Wir haben nach wie vor Überkapazitäten." Lanxess ist im Geschäft mit synthetischem Kautschuk Weltmarktführer, bekommt aber den Wettbewerbsdruck zu spüren und sucht deshalb nach einem Partner.

Der Vorstand hat nun damit begonnen, das Kautschukgeschäft im Rahmen eines Abspaltungsprozesses in eine rechtlich eigenständige Geschäftseinheit innerhalb des Konzerns zu überführen. "Damit schaffen wir die Voraussetzungen, um das Kautschukgeschäft in eine Allianz einbringen zu können", sagte Zachert. "Hier sind wir in sehr konstruktiven Gesprächen und gehen davon aus, im Laufe der zweiten Jahreshälfte zu konkreten Ergebnissen zu kommen." Im Mai hatte Zachert erklärt, es gebe zwei Möglichkeiten für eine Partnerschaft. Entweder eine Kooperation mit einem Hersteller petrochemischer Rohstoffe oder das Zusammengehen mit einem anderen Kautschukproduzenten. "Wir verfolgen alle Optionen", sagte er gestern lediglich. Lanxess wäre interessiert, eine Mehrheit zu behalten, würde aber nicht darauf beharren.

Im Zeitraum von April bis Juni steigerte der Kölner Konzern den Umsatz um rund vier Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen kletterte wie bereits vor zwei Wochen berichtet um 13 Prozent auf 270 Millionen Euro. Dazu hätten alle Bereiche des Unternehmens beigetragen, erklärte Zachert.

(rtr)