Zusätzliche Einnahmen Wohnung untervermieten während der Fußball-EM – So ist die Rechtslage

Service | Düsseldorf · Wenn Mieter bestimmte Dinge beachten, können sie sich in der Regel eine weitere Person in die Wohnung holen. Anders sieht die Rechtslage bei touristischen Vermietungen über Plattformen wie Airbnb aus. Was hier gilt – und welche Konsequenzen im Ernstfall drohen.

 Während der Fußball-EM mag es für manch einen attraktiv sein, seine Wohnung unterzuvermieten. Mieter benötigen dafür aber die Erlaubnis des Vermieters.

Während der Fußball-EM mag es für manch einen attraktiv sein, seine Wohnung unterzuvermieten. Mieter benötigen dafür aber die Erlaubnis des Vermieters.

Foto: dpa-tmn/Christin Klose

Die Fußball-Europameisterschaft zieht in diesen Tagen Hunderttausende Fußballfans aus allen möglichen Ländern nach Deutschland. Angesichts dessen kann es für Menschen in größeren Städten verlockend sein, Zimmer oder Wohnungen unterzuvermieten. Doch insbesondere beim touristischen Überlassen von Wohnraum müssen Mieter einiges beachten. Welche Rechte und Pflichten sie bei der Untervermietung haben.

Darf ich meine Wohnung grundsätzlich untervermieten?

Für Eigentümer ist das relativ unproblematisch möglich. Mieter dagegen müssen sich die Erlaubnis des Vermieters einholen. Das gilt selbst dann, wenn es im Mietvertrag nicht explizit festgehalten ist und es nur um wenige Wochen geht. Auch wenn nur Teile der Wohnung untervermietet werden sollen, brauche es die Erlaubnis des Vermieters, sagt Jutta Hartmann vom Deutschen Mieterbund. „Bei der teilweisen Untervermietung haben Mieter in aller Regel einen Anspruch auf die Genehmigung – zumindest, wenn sie ein berechtigtes Interesse haben“, erklärt sie. Die Erlaubnis sollten sich Mieterinnen und Mieter schriftlich einholen.

Wann liegt ein „berechtigtes Interesse“ vor?

Der ehemalige Richter und Mietrechtsexperte Olaf Riecke sagt, dass darunter unter anderem die Aufnahme von nahestehenden Personen wie Lebensgefährten oder Verwandten falle. Auch der Wunsch, „nach Beendigung einer Partner- oder Wohngemeinschaft einen neuen Mitbewohner aufzunehmen“ sei als berechtigtes Interesse anerkannt. Weitere Gründe können laut Riecke die Aufnahme eines Flüchtlings und ein verringerter Raumbedarf sein, etwa wenn ein Familienmitglied ausgezogen ist.

Darf ein Vermieter den Wunsch des Mieters nach Untervermietung pauschal ablehnen?

Hier ist die Antwort relativ klar: nein. Ablehnen dürfe der Vermieter ein solches Ansuchen nur, wenn es eine berechtigte negative Prognose und einen konkreten Verdacht gebe, dass ein Dritter die Mietsache beschädigen oder den Hausfrieden stören werde. „Ungenügend sind persönliche Vorbehalte oder Antipathien des Vermieters gegen einen bestimmten Personenkreis“, sagt Riecke.

Wie teuer darf ich meine Wohnung untervermieten?

„Theoretisch kann ich bei einer Untervermietung mehr Geld verlangen, als ich bezahle“, sagt Mieterbund-Expertin Hartmann. Die Grenze definiere aber das Mietrecht. Wenn es eine Mietpreisbremse gibt, dann greift diese auch für die Untervermietung. Gibt es keine, gelten die Bestimmungen zum Thema Mietwucher. „Das heißt: Wenn die Miete mehr als 20 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt, bin ich im Mietwucher – und das ist unzulässig“, sagt Hartmann.

Wann brauche ich keine Erlaubnis des Vermieters?

Eine Erlaubnis ist nicht notwendig, wenn es um enge Familienangehörige geht. Darauf weist unter anderem der Berliner Mieterverein hin. Ein Beispiel: Heiratet eine Mieterin, so darf sie ih­ren Ehe­­gatten in die Wohnung aufnehmen – und benötigt dafür nicht die Erlaubnis des Vermieters. Auch für Besucher brauchen Mieter keine Erlaubnis. „Bei der zulässigen Dauer eines solchen Besuchs geht die Rechtsprechung von sechs bis acht Wochen aus“, sagt Hartmann.

Darf ich meine Wohnung bei Airbnb anbieten?

„Bei der touristischen Vermietung über Airbnb handelt es sich um eine Zweckentfremdung von Wohnraum“, sagt Hartmann. Deshalb gelten für das Überlassen von Wohnraum über Airbnb andere Regeln. Um seine Wohnung tage- oder wochenweise an Touristen untervermieten zu dürfen, brauche man je nach Kommune eine Genehmigung. Viele Städte beschränken die Kurzzeitvermietung. Außerdem bedarf es auch hier der Zustimmung des Vermieters. „Ihn muss ich auch darüber informieren, dass es sich um eine touristische Vermietung handelt. Darauf hat man laut Rechtsprechung aber keinen Anspruch.“

Sind Einnahmen aus einer Untermiete steuerpflichtig?

Wer aus der kurzfristigen Untervermietung Einnahmen erzielt, muss diese in der Einkommensteuererklärung (Anlage V) angeben. Nur wenn die Einnahmen unter 520 Euro pro Jahr bleiben, entfalle diese Pflicht, sagt der Verein „Vereinigte Lohnsteuerhilfe“. Wer über der Grenze liege, müsse die gesamten Einnahmen versteuern. Die Steuer wird aber nur fällig, wenn Mieterinnen und Mieter auch tatsächlich einen Gewinn mit der Untervermietung erzielen. Das ist dann der Fall, wenn die Einnahmen höher als die Ausgaben sind, die etwa für Miete und eine eventuelle Reinigungskraft anfallen.