Wohnraum NRW: LEG plant 1000 neue Wohnungen

Immobilienkonzern wächst weiter : Neuer LEG-Chef plant 1000 neue Wohnungen in NRW

Nach acht Prozent operativem Gewinnplus im Jahr 2018 will der Immobilienkonzern sein Ergebnis weiter steigern und deutlich mehr Wohnungen in Nordrhein-Westfalen bauen.

Beim Immobilienkonzern LEG vollzieht sich nach der Hauptversammlung Ende Mai ein für viele überraschender Personalwechsel: Thomas Hegel (62), der 13 Jahre lang an der Spitze des Unternehmens gestanden hat, räumt seinen Posten. Sein Nachfolger ist Lars von Lackum (43), der erst seit Jahresbeginn als Digitalvorstand für die LEG arbeitet. Zudem rückt Anfang Juni neben dem neuen Chef und dem Finanzvorstand Eckhard Schultz (54) der 42-jährige Volker Wiegel mit Zuständigkeit für das operative Geschäft in das Führungsgremium.

Hegel, dessen Vertrag noch bis Ende Januar 2021 gelaufen wäre, sagte am Montag bei der Bilanzvorlage, aus seiner Sicht sei jetzt der richtige Zeitpunkt für einen geordneten Übergang. Von Lackum hat vor seiner Zeit bei der LEG fünf Jahre für den Versicherer Ergo gearbeitet und war vorher für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche, die Ergo-Mutter Munich Re und als Finanzvorstand beim Kölner Immobilienkonzern Corpus Sireo tätig.

Eine neue Strategie ist mit dem Generationswechsel an der Spitze nicht verbunden. Andererseits hat die LEG aber erstmals seit zehn Jahren das Thema Neubau wieder im Plan. Etwa 1000 neue Wohnungen sind in den kommenden Jahren in Köln, Essen und Hilden geplant – ausnahmslos auf eigenen Grundstücken. Bis 2029 sollen alle Wohnungen fertig sein. In Hilden sollen drei Häuser mit insgesamt 38 Wohnungen im Frühjahr/Sommer 2020 fertiggestellt sein. In Köln und Essen sind die Projekte noch in der Planungs- oder Genehmigungsphase.

Für weitere Zukäufe stehen der LEG rund 400 Millionen Euro zur Verfügung, nachdem das M-Dax-Mitglied im Oktober für 208 Millionen Euro der Essener Vivawest rund 3750 Wohnungen abgekauft hat. Von Lackum sieht mögliches Wachstum auch nicht auf NRW begrenzt, sondern könnte sich auch Zukäufe in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz (wo die LEG bereits vertreten ist) vorstellen. Eines der Kriterien: eine Sollgröße von 3500 bis 4000 Wohnungen. „Wenn wir hier 100 und da 200 Wohnungen dazukaufen, verzetteln wir uns“, sagt Finanzvorstand Schultz. Gegenwärtig vermietet die LEG mit Schwerpunkt NRW knapp 134.000 Wohnungen.

Auf jeden Fall wird das Wohnen in den neuen Immobilien deutlich teurer. Während die Durchschnittsmiete in den LEG-Häusern aktuell bei durchschnittlich 5,67 Euro pro Quadratmeter (6,03 Euro für frei finanzierte Wohnungen) liegt, dürfte der Preis in frei finanzierten Neubauwohnungen zwölf Euro oder mehr je Quadratmeter betragen. Selbst in öffentlich geförderte Neubauten müssten Mieter voraussichtlich 7,50 bis acht Euro je Quadratmeter zahlen, so Schultz.

Für die kommenden Jahre hat sich die LEG steigende Gewinne vorgenommen. Das operative Ergebnis, das 2018 um acht Prozent auf 318,6 Millionen Euro gestiegen ist, soll bis 2020 auf mindestens 356 Millionen Euro wachsen. Die Mieteinnahmen sollen sich um drei bis 3,4 Prozent erhöhen.