Wirtschaftsminister Pinkwart will NRW.Bank wegen Start-ups umbauen

Gründerszene : Neuer Start-up-Fonds fürs Rheinland

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart will Gründer in NRW besser fördern.

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) will mit verschiedenen Maßnahmen Start-ups in NRW besser fördern. So sollen die NRW.Bank und die Sparkassen in Kürze einen regionalen Gründerfonds speziell fürs Rheinland starten. Außerdem kündigte der Minister an, dass die landeseigene Förderbank ihre Struktur anpassen werde. Offenbar schwebt Pinkwart eine Art Mini-HTGF vor. Die Abkürzung steht für den Hightech-Gründerfonds, mit dem der Bund junge Unternehmen unterstützt.

Generell geht es Pinkwart darum, mehr Gründungen zu fördern und den Rückstand auf andere Länder aufzuholen: „NRW soll bundesweit die meisten Start-ups hervorbringen“. Gemeinsam mit Verbänden wie Handwerk NRW, den Industrie- und Handelskammern oder dem Bundesverband Deutsche Start-ups unterzeichnete der Minister dazu eine gemeinsame Erklärung.

Darin setzte man sich auch das Ziel, die Zahl der weiblichen Gründer deutlich zu steigern. Laut dem Deutschen Start-up-Monitor, der detailliertesten Studie zur Start-up-Szene im Land, ist in NRW nur jeder zehnte Gründer eines Digitalunternehmens weiblich. Pinkwart will deswegen zum Beispiel Mentorinnen-Netzwerke aufbauen. Außerdem soll darauf geachtet werden, dass bei Wettbewerben die Jurys mit mehr Frauen besetzt werden.

Pinkwart kündigte außerdem an, dass der bisherige Digital-Preis DWNRW-Award, der zuletzt im Herbst im Rahmen des Ruhr-Summit verliehen wurde, ab 2020 durch einen Preis im Rahmen des Kölner Pirate Summits ersetzt wird. Drei Start-ups sollen dann ein Preisgeld von insgesamt 50.000 Euro bekommen.Pinkwart will die Start-up-Szene sichtbarer machen, damit auch Investoren noch stärker auf NRW blicken: „Die guten Start-ups sollen nicht mehr nach Berlin zu den Investoren fahren müssen.“ Ziel sei, dass bis 2022 jährlich mindestens 500 Millionen Euro Risikokapital nach NRW fließen. Im ersten Halbjahr 2019 waren es laut der Beratung EY 133 Millionen Euro, drei Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum.

Allerdings wird der Rückstand auf die Spitze momentan eher größer: Berliner Start-ups sammelten 2,1 Milliarden Euro ein, ein Plus von knapp 500 Millionen Euro. Der Vorsitzende des Bundesverbands Deutsche-Start-ups, Florian Nöll, sieht das Engagement des Landes daher als Chancen: „In Berlin ist die Szene nicht wegen, sondern trotz der Politik entstanden. Was würde wohl passieren, wenn es die Politik in einem Land darauf anlegt?“

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