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Die Ökonomin: Bloß kein Comeback der Eigenheimzulage!

Die Ökonomin : Bloß kein Comeback der Eigenheimzulage!

Die große Koalition hatte die Eigenheimzulage abgeschafft. Nun will die CSU sie wiederbeleben. Dabei macht sie Wohnen teurer und führt zu sozialpolitischen Widersprüchen.

Die CSU will Familien in Deutschland beglücken und die Eigenheimzulage wiederbeleben, wie CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt vor kurzem ankündigte. Bitte nicht! Aus guten Gründen hatte die große Koalition die Eigenheimzulage 2006 abgeschafft. Der schlichteste Grund lautet: Für die Eigenheimzulage, für die der Bund zuletzt elf Milliarden Euro im Jahr ausgab, ist kein Geld da. 2016 muss der Bund einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Davon ist er mit seiner Nettokreditaufnahme über 18 Milliarde Euro derzeit noch weit entfernt.

Das finanzielle Problem ließe sich durch Umschichtungen im Haushalt lösen, nicht aber das grundsätzliche. Die Eigenheimzulage ist eine staatliche Subvention, die zu Verzerrungen führt. Subventionen treiben künstlich die Nachfrage – und damit die Preise der Güter, die sie eigentlich erschwinglicher machen wollen. Je mehr Bürger ein Haus haben wollen, desto höhere Preise können Baufirmen durchsetzen. Die Baubranche ist der eigentliche Gewinner der Förderung. Wer dagegen keine Zulage bekommt, muss sogar mehr für sein Haus zahlen als in einer Welt ohne Subvention.

Wie jede Subventionen setzt auch die Eigenheimzulage falsche Anreize. Plötzlich werden Bürger verführt, ein Haus zu bauen, die sich das eigentlich gar nicht leisten können. Wohin das führt, haben wir in den USA gesehen. Billiges Baugeld hatte zu einer Immobilien-Blase geführt, die 2007 platzte und eine weltweite Finanzkrise auslöste.

Hinzu kommt ein sozialpolitisches Paradox. Die Eigenheimzulage stellt Hauseigentümer gegenüber Mietern besser. Sie führt dazu, dass die Sekretärin über die Lohnsteuer ihrem Chef das Häuschen mitfinanziert. Und wenn man die Zulage auf Familien beschränkt, gilt: Ausgerechnet das Kind der Eigenheim-Familie wird stärker gefördert als das Kind der Mieter-Familie. Nicht mal mit guter Sozialpolitik hat der CSU-Plan etwas gemein, sondern nur mit schlechtem Wahlkampf.

Ihre Meinung? Schreiben Sie unserer Autorin: kolumne@rheinische-post.de

(RP)