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München/Berlin: Wirtschaft im Stimmungstief

München/Berlin : Wirtschaft im Stimmungstief

Laut Ifo und DIHK blicken Unternehmen immer skeptischer in die Zukunft.

Die Sorgen um die geopolitischen Krisen und trübe Konjunkturaussichten drücken auf die Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Im Oktober gab der Ifo-Geschäftsklima-Index zum sechsten Mal in Folge nach und fiel von 104,7 auf 103,2 Punkte, wie das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung mitteilte. Der Rückgang fiel deutlicher aus als von Experten erwartet. Vor allem in der Industrie habe sich die Stimmung eingetrübt, sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

Der deutsche Börsen-Leitindex Dax, der zu Handelsbeginn am Montag noch positiv auf die Ergebnisse des europäischen Banken-Stresstests reagierte hatte, fiel bis zum Handelsschluss um 0,04 Prozent auf 8983,99 Punkten.

Die Unternehmen schätzten im Oktober sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Zukunftsaussichten schlechter ein. Während der Ifo-Index zur aktuellen Geschäftslage von 110,4 auf 108,4 Punkte nachgab, fiel der Index für die Erwartungen der kommenden Monate von 99,3 auf 98,3 Punkte. Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Er wird monatlich durch die Befragung von rund 7000 Unternehmen ermittelt. "Das weltwirtschaftliche Umfeld bremst die Exportunternehmen und Investitionsgüterhersteller", sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner.

Es gibt aber auch positive Impulse für die Konjunktur. Die Konsumlaune der Deutschen nimmt trotz der gedämpften Wachstumsprognosen nicht ab. Nach zwei Rückgängen in Folge hatte sich die Verbraucherstimmung der Bundesbürger gebessert. Die Konjunkturerwartungen stabilisierten sich nach einem massiven Einbruch, die Einkommensaussichten sowie die Anschaffungsneigung legten sogar zu.

Das kann die negative Stimmung in den Firmen aber nicht vertreiben. Auch nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) beurteilen deutsche Unternehmen die wirtschaftliche Entwicklung pessimistisch. Der DIHK rechnet für 2015 mit einem Wirtschaftswachstum von nur noch 0,8 Prozent - nach einem erwarteten Plus von 1,3 Prozent dieses Jahr. In seiner Herbstprognose schreibt der DIHK: "Die Zuversicht der Unternehmen erhält einen deutlichen Dämpfer." Neben geopolitischen Sorgen beurteilten die Unternehmen auch die Entwicklung der Inlandsnachfrage skeptischer. Die Unsicherheit, wie es bei der Binnenkonjunktur weitergehe, sei groß. Die Bundesregierung hatte ihre Prognose kürzlich auf 1,2 Prozent für 2014 und 1,3 Prozent für 2015 nach unten korrigiert.

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"Viele Unternehmen erwarten für die kommenden Monate stagnierende Geschäfte", schreibt der DIHK. Fast zwei Drittel gingen bei der Umfrage von einer "gleich bleibenden" Entwicklung aus. Nur gut jeder fünfte Betrieb erwarte Besserung. Allerdings sei der Anteil der Pessimisten mit 15 Prozent geringer als bei den bisherigen Umfragen.

(dpa/sno)