Turnier-Unterkünfte So teuer sind die Hotels während der EM

Düsseldorf · An Standorten wie Dortmund und Gelsenkirchen haben sich die Preise gegenüber anderen Jahren verdoppelt. Wie Düsseldorf und Köln in dieser Statistik abschneiden und wo der günstigste EM-Standort für Hotelgäste ist.

Quartiere EM 2024: Hier wohnen die Nationalmannschaften​ in Deutschland
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Die EM-Quartiere der Nationalmannschaften

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Foto: dpa/Christian Charisius

Zu den nordrhein-westfälischen Städten, in denen ab dem 14. Juni Spiele der Fußball-Europameisterschaft ausgetragen werden, gehören mit Dortmund und Gelsenkirchen zwei EM-Standorte, an denen vor dem Turnier die Hotelpreise am stärksten gestiegen sind. Nach Angaben des Online-Sportwettenanbieters Betway sind die Preise gegenüber den Normalpreisen, die die Hoteliers ansonsten im Juni und Juli verlangen, in Dortmund um 133 und in Gelsenkirchen um 103 Prozent gestiegen; bei den anderen Austragungsorten erreicht nur Stuttgart (132 Prozent plus) das Steigerungsniveau von Dortmund. In Düsseldorf ist eine Anhebung um 82, in Köln um 72 Prozent festgestellt worden. Am günstigsten kommt man in Leipzig weg, wo man „nur“ 68 Prozent mehr zahlen muss.

In der sächsischen Metropole kostet eine Nacht im Standard-Doppelzimmer in einem Drei- oder Vier-Sterne-Hotel 186 Euro während der Spieltage. Auch Frankfurt und Hamburg bleiben noch unter der 200-Euro-Grenze. Zum Vergleich: In Düsseldorf beträgt der durchschnittliche Preis pro Übernachtung während der EM 227 Euro, in Köln sechs Euro weniger.

Gleichzeitig ist die Auslastung der Unterkünfte in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen, was die Preise auch noch einmal anziehen ließ. In Düsseldorf waren nach Angaben des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga NRW etwa 55 Prozent der Hotels ausgelastet, jetzt sind es 68 Prozent. In Dortmund ist die Auslastung nach Angaben des Verbandes von 57 auf 71 Prozent gestiegen, in Köln bei 73 Prozent in etwa stabil geblieben gegenüber Ende April. Gleichzeitig ist aber jeder fünfte vom Dehoga NRW befragte Hotelier unzufrieden, weil das Buchungsniveau unter den Erwartungen liegt.

Der Verband setzt darauf, dass es bis zum Turnierstart noch Kurzentschlossene unter den potenziellen EM-Touristen gibt. Für die sei noch Platz da, sagte Dehoga-NRW-Präsident Patrick Rothkopf: Es gebe noch verfügbare Kapazitäten, „was mit dem sehr großen Hotelmarkt in Nordrhein-Westfalen zusammenhängt. Deshalb setzen wir noch auf viele kurzfristige Buchungen“. Das werde in erster Linie davon abhängen, ob der Turnierverlauf und das Wetter „mitspielen“. Sprich: wie erfolgreich die deutsche Mannschaft spielt und ob es trocken oder verregnet ist. „Ein kurzfristiger Euro-Sog ist möglich“, glaubt Rothkopf.

Einer stichprobenartigen Umfrage des Verbandes zufolge erwarten noch 85 Prozent der befragten Unternehmen „relevante Buchungen“. Gleichzeitig dürfte es aber auch etliche Europameisterschaftsgäste aus dem Umfeld (einschließlich der Nachbarländer Deutschlands) geben, die noch am Spieltag auf dem Schwarzmarkt Karten zu kaufen versuchen, am Abend schon wieder zurück in ihre Heimat reisen und deshalb überhaupt keine Übernachtungsmöglichkeit in einer der EM-Städte oder deren Umfeld suchen.

Ob nennenswert Gäste in Nachbarorten der vier nordrhein-westfälischen Spielorte fündig werden, bleib offen. Was diesen Punkt angeht, hat der Dehoga NRW keine großen Erwartungen unter den Beherbergungsbetrieben festgestellt. Etwa jedes siebte Hotelunternehmen abseits der vier Spielorte erwarte grundsätzlich kein zusätzliches Geschäft zur Europameisterschaft, hatte es im April geheißen, und nur drei von zehn gingen davon aus, dass überhaupt mehr Gäste kämen.

 Das Euro-Logo.

Das Euro-Logo.

Foto: dpa/Christian Charisius

Die Attraktivität von Übernachtungsorten sowie die damit verbundenen Nachfrage und Preissteigerungen haben nicht zuletzt etwas damit zu tun, welche Partien an den einzelnen Standorten stattfinden. So kommen die vier nordrhein-westfälischen-Städte allein auf sechs der 15 Spiele in den K.o.-Runden vom Achtel- bis zum Viertelfinale, davon ein Halbfinale in Dortmund, ein Viertelfinale in Düsseldorf sowie Achtelfinalpartien in allen vier NRW-Stadien. Zudem finden 14 der 36 Gruppenspiele in Nordrhein-Westfalen statt, darunter drei in der Landeshauptstadt. In Hamburg, ansonsten ein teurer Hotelstandort, fallen Preise und Steigerungsraten nach Einschätzung von Fachleuten umgekehrt niedriger aus, weil die Gruppenspiele dort als wenig attraktiv gelten.

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