Düsseldorf: Wie NRW-Minister Duin den Stromkonzernen helfen will

Düsseldorf: Wie NRW-Minister Duin den Stromkonzernen helfen will

Weil konventionelle Kohle- und Gaskraftwerke bei den eingebrochenen Großmarktpreisen für Strom kaum noch wirtschaftlich arbeiten können, soll der Steuerzahler sie unterstützen. Das forderte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin gestern. "Der Ausbau der erneuerbaren Energien kann nur Erfolg haben, wenn konventionelle Kraftwerke auch langfristig die Stromversorgung sichern", sagte Duin. So sei der Großhandelspreis für Strom wegen des stark gestiegenen Angebots an subventioniertem Ökostrom etwa aus Wind- und Solaranlagen in den vergangenen Jahren von rund 60 Euro pro Megawattstunde auf etwa 35 Euro eingebrochen. Solange es noch keine Speichertechnologie für Ökostrom gebe, würden die konventionellen Kraftwerke jedoch dringend gebraucht, um die Stromversorgung auch an wind- und sonnenarmen Tagen zu gewährleisten. "Das Vorhalten konventioneller Reservekapazitäten muss gesondert bezahlt werden, weil die Kraftwerksbetreiber sich über den Verkauf auf dem normalen Strommarkt nicht mehr ausreichend finanzieren können", argumentierte Duin.

Den zusätzlichen Finanzbedarf der konventionellen Kraftwerke schätzte er auf zwei bis sechs Milliarden Euro pro Jahr. Diese Kosten will Duin aber nicht analog zu den Subventionen für die erneuerbaren Energien auf die Stromrechnung umgeschlagen wissen, sondern über die Steuern. "Die Energiewende ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag, deshalb muss auch die gesamte Gesellschaft und nicht nur die Stromverbraucher für die Kosten aufkommen", so Duin. Auch die künftigen Subventionen für die erneuerbaren Energien, die gegenwärtig noch qua EEG-Umlage über die Stromrechnung bezahlt werden, sollen nach Duins Vorstellungen aus demselben Grund künftig über das Steuersystem finanziert werden. Duin geht davon aus, dass die EEG-Umlage nach der Bundestagswahl von 5,3 Cent auf 6,5 bis 7 Cent pro Kilowattstunde steigen wird.

(RP)