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Wie der Staat beim Sanieren hilft

Geldserie : Wie der Staat beim Sanieren hilft

Der Bund zahlt bis zu 22.500 Euro für die Energiesanierung von Haus oder Wohnung.

Umweltfreundliche Heizungen und mehr Dämmung sollen bei Gebäuden in Deutschland die Energiewende unterstützen. Immerhin wird in Häusern 40 Prozent aller Energie verbraucht. Seit Anfang des Jahres hilft der Staat kräftig mit, dass energetisches Sanieren für den Hausbesitzer finanzierbarer wird. Das lohnt sich mehrfach. Nach der Sanierung sinken die Heizkosten, das Gebäude gewinnt an Wert, Eigentümer und Mieter haben ein reineres Umweltgewissen.

Wer seine alte Ölheizung entsorgt und eine umweltfreundliche Anlage installiert, erhält aktuell bis zu 45 Prozent Zuschuss. Der Höchstbetrag ist bei 22.500 Euro gedeckelt. Damit können die neue Anlage, die Entsorgung der alten und eine Schornsteinsanierung finanziert werden. Die Hilfe muss beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (bafa.de) beantragt werden. Eine Liste zeigt, welche mit erneuerbarer Energie arbeitenden Anlagen gefördert werden. Einen Ergänzungskredit von bis zu 50.000 Euro können umweltbewusste Hausbesitzer weiterhin bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen. Dort gibt es auch finanzielle Unterstützung, wenn das Haus gegen Wärmeverlust energetisch saniert wird. Damit können Dächer und Wände gedämmt und Fenster sowie Türen erneuert werden. Von der KfW erhält man nun aus dem Programm „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ Tilgungs- und Investitionszuschüsse bis zu 48.000 Euro, denn die maximale Kreditsumme steigt auf 120.000 Euro. Die Höchstförderung von 40 Prozent erhält der Immobilienbesitzer aber nur, wenn die Energiebilanz seines Hauses nach dem Umbau besonders gut ist. Als Maßstab gilt der KfW-Effizienzhausstandard. Top ist „Effizienzhaus 55“. Es benötigt im Gegensatz zum Referenzgebäude nur 55 Prozent der Primärenergie und hat lediglich einen Wärmeverlust von 70 Prozent.

Die Förderung bei der KfW und beim Bafa muss immer vor Beginn der Bauarbeiten beantragt werden. Bei Ökoheizungen empfiehlt die Stiftung Warentest, einen Kostenvoranschlag „mit ausreichendem Risikopuffer“ einzureichen. Denn die ausgewiesene Summe gilt als Förderhöchstgrenze. Alle Arbeiten im Rahmen der KfW-Förderung müssen von Fachleuten ausgeführt und von einem Experten begleitet werden.

Expertenrat von Anfang an ist auch bei Ökoheizungen ratsam. Für solche Experten verweist die KfW auf die Deutsche Energie-Agentur (dena.de). Das Bafa führt eine eigene Expertenliste. Hier kann eine Bezuschussung von 80 Prozent erreicht werden. Demgegenüber beteiligt sich die KfW an der Baubegleitung nur mit 50 Prozent der Kosten. Bis 4000 Euro sind möglich.Wer beispielsweise im Düsseldorfer Stadtteil Derendorf einen qualifizierten Energieeffizienz-Experten sucht, erhält 32 Treffer im Umkreis von fünf Kilometern. Neben Handwerkern werden Architekten und Ingenieure ausgewiesen.

Manche Fachleute beraten Privatpersonen und Eigentümer von Wohngebäuden bei der energetischen Sanierung und begleiten sie auch bei der Finanzierung. „Die Kunden können zwar auch eine Steuerermäßigung wählen, in der Regel lohnt die Förderung aber mehr“, sagt der Schornsteinfegermeister Rainer Haltermann. Das gelte vor allem, wenn die Immobilie tatsächlich umfassend zum Effizienzhaus umgestaltet werde.

Für die Förderung einer Öko-Heizung muss das Haus nicht selbstgenutzt sein. Antragsberechtigt sind zum Beispiel auch Wohnungseigentümergemeinschaften, Unternehmen oder gemeinnützige Organisationen. Anders sieht es beim reinen Steuerabzug aus. Ihn gibt es nur, wenn der Eigentümer selbst darin wohnt und das Haus älter als zehn Jahre ist. Wählt der Hausbesitzer den Steuerbonus, reduziert sich die Steuerschuld um bis zu 20 Prozent der Ausgaben für die energetische Sanierung. Die Steuerermäßigung gibt es über drei Jahre verteilt. Insgesamt können 40.000 Euro beim Finanzamt geltend gemacht werden.