Playmobil, Schleich, Simba-Dickie Kein Spielzeug zu Weihnachten? Hersteller rechnen mit Lieferengpässen

Düsseldorf · Damit es unter dem Weihnachtbaum nicht leer bleibt, sollten Eltern frühzeitg Geschenke besorgen. Beliebte Spielzeuge von Playmobil, Schleich und Simba-Dickie könnten ausverkauft sein. Wir verraten, welche das sind.

Obelix, Idefix und Asterix in einer Ausstellung im Archäologischen Museum Hamburg Anfang Oktober.

Obelix, Idefix und Asterix in einer Ausstellung im Archäologischen Museum Hamburg Anfang Oktober.

Foto: dpa/Marcus Brandt

Wer zu Weihnachten Spielzeug-Traktoren, kämmbare Schleich-Pferde oder Playmobilmännchen verschenken möchte, sollte sich frühzeitig darum kümmern. Wegen weltweiter Lieferengpässe, Transportschwierigkeiten und der Energiekrise drohen diese Artikel knapp zu werden: „Bestimmte Playmobil-Produkte könnten nicht überall verfügbar sein. Welche genau können wir noch nicht final abschätzen“, schreibt ein Sprecher des Herstellers Horst Brandstätter Group auf Anfrage. Und von einer Sprecherin der Simba-Dickie-Group heißt es: „Es wird auch dieses Jahr Produkte geben, die frühzeitig ausverkauft sind. Es gibt schon jetzt erste ‚Lücken‘ im Sortiment: Artikel, die aufgrund überraschend hoher Nachfrage nicht mehr verfügbar sind.“

Dazu zählen neben dem Kran und dem Auto von Feuerwehrmann Sam auch die Fendt Traktoren, die „Grand Series“-Majorette Autos und der Feuerwehr-Truck der Serie „Rescue Hybrids“. Modellautos und Figuren von Jada Toys seien ebenfalls sehr gefragt genauso wie der VW T1 Bulli – ein neues Kinderfahrzeug des Bobby-Car-Herstellers Big. Und bei Schleich ist die neue Produktreihe „Sofia’s Beauties“ von Lieferverzögerungen betroffen. Dazu zählen Spielzeug-Pferde mit langen Mähnen aus Kunsthaaren.

Der Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie (DVSI) Ulrich Brobeil blickt trotzdem einigermaßen optimistisch auf das Weihnachtsgeschäft. „Das Problem mit den Lieferengpässen ist ja nicht neu. Da haben die Hersteller gut reagiert und vorgesorgt“, sagte er unserer Redaktion. Viele hätten frühzeitig Materialien eingekauft, Produkte produziert und eingelagert. Besonders begehrte Artikel könnten zwar schnell ausverkauft sein, aber das sei jedes Jahr so. „Die Liefersituation bei Spielwaren hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich entspannt“, schrieb Steffen Kahnt, Geschäftsführer des Bundesverbands des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) auf Anfrage. Brobeil bestätigt das.

Sorgen bereiteten den Spielzeugherstellern allerdings die hohen Energiepreise. Bei einer Blitzumfrage unter den rund 220 Mitgliedern des Verbandes im September kam heraus, dass 45 Prozent der Befragten ihre Geschäftstätigkeit stark bis sehr stark gefährdet sehen. Das wirkt sich auch auf die Spielwaren-Preise aus. Brobeil rechnet damit, dass sie um fünf bis sechs Prozent steigen werden. „Wir konnten aber in den vergangenen Jahren beobachten, dass am Kind zuletzt gespart wird“, sagte er. Das bekräftigt auch eine Sprecherin von Schleich: „Wenn in Krisenzeiten gespart wird, dann vorwiegend an kurzlebigen Wegwerf-Artikeln – zuletzt an den eigenen Kindern, Enkeln, Nichten und Neffen“, schreibt sie. 

Spielzeughersteller wie VTech und Ravensburger zeigen sich ebenfalls zuversichtlich, bleiben aber beim Thema Produktknappheit schwammig. „Wir haben rechtzeitig Vorräte angelegt, sind mit Materialien gut versorgt und gehen von einer hohen Lieferfähigkeit aus“, schreibt ein Sprecher von Ravensburger, schränkt aber ein: „Solche Aussagen sind jedoch nicht mit absoluter Sicherheit zu treffen, da globale und wirtschaftliche Entwicklungen sich derzeit schnell ändern.“ Er könne nicht sagen, ob zum Weihnachtsgeschäft hin Produkte fehlen könnten und von Spekulationen sehe er ab. Bei VTech habe man keinerlei Lieferengpässe, Probleme in der Produktion oder Ressourcenknappheit, die speziell nur VTech beträfen, hieß es von einem Sprecher auf Anfrage. „Es besteht weiterhin der Chipmangel, aber das betrifft ja so ziemlich jedes Unternehmen mit elektronischen Produkten“, schrieb er weiter. Das Weihnachtsgeschäft werde verlaufen wie geplant.

Große Sorgen müssen sich Kinder also nicht um ihre Geschenke-Ausbeute machen. Alle angefragten Hersteller versicherten, das Weihnachtsgeschäft so gut wie möglich über die Bühne bringen zu wollen: „Selbstverständlich tun wir alles, damit es zu Weihnachten keine enttäuschten Kinder gibt“, schrieb der Playmobil-Sprecher. Er appellierte – genau wie Brobeil – an alle Schenkenden, besonders beliebte Produkte möglichst frühzeitig zu kaufen. Dann gibt es auch keine bösen Überraschungen unter dem Weihnachtsbaum, sondern leuchtende Kinderaugen.

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